Einmal Jerusalem und zurück …

Einmal Jerusalem und zurück …

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Verfasser bella crew ( www.aida-fantreff.de ) Montag, 25. Mai 2015, 22:12

Einmal Jerusalem und zurück …

So, da bin ich wieder, es war eine hammergeile Reise!

Ich hatte ja das Glück, das meine Anreise sehr früh war und meine Abreise sehr spät…dadurch hatte ich gefühlt 2 Tage länger Urlaub auf dem Schiff…nicht schlecht.
Da ich ja auch noch am Anreisetag Geburtstag hatte, habe ich mir den einen oder anderen Drink gegönnt und war somit bereits einmal betrunken und einmal wieder nüchtern, schon bevor die letzten Gäste gestresst mitten in der Nacht das Schiff erreichten.

Große Freude dann bei der Rettungsübung, ich sehe die ersten alten Kollegen wieder. Allerdings nehmen immer noch viele Gäste diese Übung nicht besonders ernst, naja…solange nix passiert aber wehe wenn…

Nach einer rauschenden nicht enden wollenden Party auf dem Pooldeck, in der Ocean Bar und Anytime habe ich dann den nächsten Tag auf See in der Sonne genossen, nicht ohne Folgen für meinen “Halben Tag am Strand” Ausflug in Zypern: Ein knallroter Sonnenbrand schmückte meine Unterarme und die Stellen auf dem Kopf, wo früher mal Haare waren !
Baden hatte sich damit erledigt, aber damit ich wenigstens für Jerusalem wieder fit bin, ging ich dann ins Hospital auf Deck 3. Hier dazu mein Gedächnisprotokoll:

09:00 Uhr
Ich frage die Krankenschwester nach einer Salbe gegen Sonnenbrand
09:00 Uhr und 10 sek
Hab ich, darf ich aber nicht rausgeben, der Arzt muß sie erst sehen
09:01 Uhr
Hallo Herr M., das sieht aber übel aus (das war die Untersuchung )
Bleiben sie morgen lieber im Schatten (das war die Beratung)
Hier gebe ich ihnen ein Mittel (Systral)
Und dieses Attest bescheinigt ihnen, das sie am Ausflug nicht teilnehmen konnten
09:04 Uhr und 45 sek
Auf Wiedersehen und Gute Besserung

Als die Rechnung kam, hätte er mich fast reanimieren müssen aber den Gefallen hab ich ihm nicht getan…hätte ich mir eh nicht leisten können!!! Hochgerechnet hat ein Schiffsarzt nach meiner Rechnung einen Stundenlohn von 1161 €

Vom Schock und Sonnenbrand erholt und mit Hilfe diverser Wecker habe ich es dann auch geschafft und war so früh wach, das ich das Einlaufen in Haifa miterleben durfte

Eins vorab, im anderen Forum wurde schon von 42 Grad Hitze in Haifa berichtet, und das der Terminal weit weg war und es eine Tortour für manche war,
ihn bei der Hitze zu erreichen… Es waren in Haifa 31 Grad, also über 10 Grad weniger!
Selbst in Jerusalem waren es nur 39 Grad. Am 18. Mai war es außerdem noch außergewöhnlich windig, was die sommerlichen Temp. noch erträglicher machten,
also ein wunderschöner Sommertag!
Der Weg zum Terminal, den wirklich jeder aufgrund der “Gesichtskontrolle” der Israelis machen mußte, war genau eine Schiffslänge.
Aufgrund der der Höhe der Stella sogar im Schatten und der Terminal war klimatisiert.
Wenn man also nicht in der Lage ist, 250m zu gehen, dann sollte man doch lieber auf dem heimischen Sofa bleiben, alternativ auch der Ohrensessel!

Die Fahrt nach Jerusalem war spannend, machte mich allerdings auch nachdenklich und brachte eine Mischung aus Wut und Trauer hervor. Grenzanlagen zum Westjordanland, der West Bank oder auch Palästina wie zu DDR-Zeiten, und ich wieder auf der “freien” Seite, nur das es diesmal diejenigen waren, die sie gebaut haben…ich schäme mich.
Unser Bus verläst die sichere Autobahn 1 und nimmt die Abkürzung über die 443 nach Jerusalem, mitten durch die West Bank. Hier sieht man sie, die israelischen Siedlungen auf palästinensischem Gebiet. Schreiben werde ich dazu nichts weiter, das würde zu weit führen.

Jerusalem sicher erreicht fallen sie einem sofort ins Auge…die Ultraorthodoxen mit ihren schwarzen Mänteln und Hüten, ihren Locken und ihren immer abseitsstehenden oder 20 Schritte hinterhergehenden Frauen.
10 bis 15 % sollen so in Jerusalem leben, fast niemand von denen soll arbeiten da sie dafür keine Zeit haben…die Bibel lesen ist wichtiger so berichtete uns unser Reiseführer.
Ich selbst habe sie nur mit Telefon am Ohr gesehen…sie lassen sich die Bibel sicherlich vorlesen!

Der Blick vom Ölberg auf die Altstadt ist der Hammer, wir haben einen ausreichend langen Stop dort gemacht.
Nur Kamele interessierte der Blick auf Jerusalem nicht

Der Ölberg selbst besteht scheinbar nur aus Gräbern die mich leicht an Giant’s Causeway in Nordirland erinnert haben. Während unser Busfahrer schön klimatisiert hinunter fuhr, sind wir zu Fuß den ganzen Ölberg runter…sicherlich heißer, aber klasse!

Die Altstadt muß man erlebt haben, voll wie Rom und Neapel zusammen. “Meiden sie Menschenansammlungen” steht beim Auswärtigem Amt über Israel…wie denn? Soll ich mich in Luft auflösen??? Eine Mischung aus Einheimischen Arabern, Juden, Touristen und Pilgern, die jeden Stein, der eine geschichtliche Bedeutung hat, einen Zungenkuß gaben. Hier hätte man auch “Einer flog über das Kuckucksnest” drehen können…Statisten gibt es mehr als genug!


Weiter geht es zum nächsten Highlight, Santorin. Genau wie in Haifa fängt auch hier der frühe Vogel den Wurm…wer früh aufsteht wird durch fazinierende Bilder belohnt:

Ich genieße es erstmal vor Anker und Frühstücke mit einem tollen Blick auf Thira

Nachdem ich dann mit dem Tender an Land bin war dann nicht mehr alles so toll.
Geschätze 6000 Gäste von 4 Kreuzfahrtschiffen wollten alle die Klippen hinauf…entweder per Seilbahn, auf einem Esel oder zu Fuß.
Die Schlange an der Seilbahn war unendlich also ging ich Richtung Fuß – und Eselweg.
Nachdem der erste Esel, der mich sah, eine Art Panik in den Augen hatte, habe ich sie von meinem Gewicht verschont und bin zu Fuß rauf. Andere mit wesentlich mehr Gewicht waren da nicht so rücksichtsvoll.
Tonnen von Eselsäpfeln auf dem Weg hinauf machte den Weg zu einer Rutschpartie und einer Herausforderung für die Nase

So ganz klar ist mir nicht, warum Griechenland pleite ist. Allein hier müßte soviel Geld verdient werden, das alle Inseln im Umkreis von 100 km davon leben könnten! 5€ rauf, 5€ wieder runter…und in Santorin liegen täglich bis zu 14 Schiffe gleichzeitig, da hatten wir zu viert noch Glück.

Allerdings können mir die Bewohner auch leid tun…was hier im Kessel aus den Kesseln kommt würde mir echt stinken!

Die Ausfahrt aus dem Kessel war dann wieder wunderschön:

Nach Santorin kam dann noch Marmaris mit einem der größten Charterhäfen im Mittelmeer.
Vom Deck 12 aus sieht es gut aus, an Land nerven die Barbesitzer kräftig, die einem am liebsten am Ärmel an den Tisch, oder auch darüber, ziehen würden.

Tja, das war sie, meine erste Reise auf Pax-Seite…hat mir gut gefallen und wird wohl auch nicht die letzte gewesen sein.

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