Die längste Reise unseres Lebens: Transamerika und Transkaribik mit der AIDAmar

Die längste Reise unseres Lebens: Transamerika und Transkaribik mit der AIDAmar

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Nun dauert es nicht mehr lange und sie geht los, die längste Reise unseres Lebens. Eigentlich sind es zwei aufeinanderfolgende. Und bei so vielen Tagen und solch tollen Zielen überlegt man schon, wie man das am besten dokumentieren kann. Fotos, klar, aber auch ein kleines Reisetagebuch wäre nicht schlecht. Da ich nun diese Notiz-Funktion in Facebook entdeckt habe, ist dies vielleicht die geeignete Möglichkeit, vom Schiff aus immer wieder einen kleinen Bericht mit Fotos zu veröffentlichen. Das möchte ich mit diesem Beginn hier probieren. Auf dem Schiff habe ich die Social Media Flat, kann also in FB posten und Euch sozusagen auf dem Laufenden halten. Einen Laptop nehmen wir auch mit (wichtig, weil mit dem Handy längere Texte schreiben recht mühsam ist), denn wie sonst sollen wir das ganze Foto- und Filmmaterial speichern.
Die Vorgeschichte könnte auch den Titel tragen

“Wie mache ich aus einer Urlaubswoche 31 Tage?”

denn so begann alles, vor gut 1 1/2 Jahren. Wir hatten – lange im voraus, damit es nicht plötzlich ausverkauft ist – die allererste Tour gebucht, die die neue AIDAprima von Hamburg aus machen sollte. Eine Woche Metropolenroute, wobei bei dieser Reise mehr das Schiff das eigentliche Ziel war. Wenige Monate später stellte sich heraus, dass die Prima nicht wie geplant fertig werden würde. AIDA musste alles verschieben, Jungfernfahrt sowie alle nachfolgenden Touren. Unsere Reise wurde storniert und wir erhielten 25% Nachlass auf eine Neubuchung – egal welche und ohne Einschränkung auf die Dauer.
Nun war kurze Zeit vorher der neue Katalog gekommen und mein Mann hatte seine “Traum-Route” entdeckt. Im Katalog als Kombi-Reise angeboten: von Warnemünde nach New York und von dort bis Miami. DAS sollte es sein und schnell war alles gebucht.
Ein paar Monate später erhielten wir von AIDA einen Anruf. “Es tut uns außerordentlich leid, aber wir mussten einige Routen ändern und Ihre ist auch davon betroffen!” Oh je, wir bekamen erst mal einen ordentlichen Schreck. “Von Warnemünde bis New York bleibt die Route gleich. Und nach wie vor auch mit der AIDAmar.” Aha. Und was ist dann die Änderung?? “Ja, die Reise endet nun nicht mehr in Miami, sondern in La Romana. Sie ist also 5 Tage länger. Es tut uns wirklich sehr leid, und natürlich, Sie können ja gar nichts dafür, also daher schenken wir Ihnen selbstverständlich diese fünf Tage. Vorausgesetzt, Sie können die Reise unter diesen Umständen noch antreten?” Nicht ganz einfach, weil ich berufstätig bin. Aber so rein grundsätzlich – 5 Tage länger bleiben?! Bis in die Karibik?! Was für eine schwere Entscheidung!! 😉 😉 😉 Trotzdem war sie schnell getroffen (na sowas!). Und so kam es, dass wir nun 31 Tage auf der AIDAmar verbringen werden. 18 hatten wir schon mal geschafft, das war die Transeuropa auf der AIDAblu. Aber 31, das hat doch eine andere Dimension. Und dann diese unglaublichen Ziele und quer durch alle Klimazonen. Ein Wahnsinn.
Und dies ist sie nun, unsere Route. Am 17. Oktober 2015 geht es los. Es wird spannend, denn für diese Trans-Route ist es eine sehr späte Jahreszeit und wetterbedingt könnte sie einige ungewollte Überraschungen beinhalten. Seit einigen Monaten tausche ich mich mit vielen Mitreisenden recht intensiv in einer inzwischen sehr großen Facebook-Gruppe aus. Wir freuen uns schon alle ein Loch in den Bauch und können den Urlaub kaum noch erwarten – und natürlich, uns auch “im richtigen Leben” kennenzulernen. Die meisten fahren nur bis New York, allerdings hat uns die zweite Prima-Stornowelle etliche Umbucher beschert und einige bleiben sogar noch länger an Bord wie wir.

Unsere Traum-Route
… in 2 1/2 Wochen geht es los!!!
Reisetagebuch, Teil 1: Endlich! Es ist soweit.

Wir stehen in den Startlöchern zur längsten Reise unseres Lebens!

Die Koffer sind gepackt, die Haare geschnitten (…und frisch gefärbt ***hüstel***) und morgen fliegen wir nach Hamburg. Von da aus geht es dann mit einem AIDA-Bus nach Warnemünde. Koffer packen war eine gewisse Herausforderung angesichts von 31 Reisetagen durch alle Klimazonen. Irgendwie neige ich immer dazu, zuviel mitzunehmen… Im Vorfeld hatte ich ja noch die Hoffnung, ich könne mit einem Koffer auskommen (ha ha), was sich natürlich als illusorisch erwiesen hat. Macht auch nichts, denn wir können auf dem Rückflug 30 kg p.P. mitnehmen. Und hier haben wir einen der drei Koffer per Tefra nach Warnemünde vorausgeschickt.

Durchschnittliche Höchst- und Tiefsttemperaturen, die uns so erwarten

“Die beste aller Gruppen” oder “Freude teilen macht Spaß”

Die Transamerika ist ja für sich genommen schon außergewöhnlich, aber die Facebook-Gruppe zu dieser Route hat die Reise bereits im Vorfeld zu etwas ganz besonderem gemacht. Großer Dank an die beiden Admins für das große Engagement und an alle Mitglieder. Ihr wart alle Spitze! Wir werden diese Tour zu einer für uns alle unvergesslichen Reise machen!
Vom zu erwartenden Seegang über die Frage, ob wir wohl Nordlichter sehen, wer welche Gletschertouren in Island macht, ob Wale neben uns her schwimmen werden (oder eher nicht), ob Eisberge zu erwarten sind, was man an den einzelnen Zielen sehen möchte, welche Währungen mitzunehmen sind, wo man Destillen und Brauereien besichtigen kann und was man in New York machen will, wer die Gastkünstler sind, all das und vieles mehr wurde diskutiert. Die Überquerungen der Luna und der Diva haben wir per Webcam verfolgt, sahen sie in New York ein- bzw. auslaufen, wir haben Videos geteilt, Fototipps gegeben, Handschuhe eingekauft und “gemeinsam” Koffer gepackt. Unser aller Begeisterung stieg täglich – während die Anzahl der Tage bis zur Abfahrt stetig abnahm (Gott sei Dank!).

“Virtual becomes reality” oder “Treffen im richtigen Leben”

Nun werden sich heute Abend schon einige, die früher anreisen, in Warnemünde zum Fischessen treffen. Das Kennenlernen in großer Runde – es haben sich 160 Personen angemeldet! – ist dann am Sonntag, dem ersten Seetag, beim Fantreffen unserer Gruppe. Sicher sind alle sehr gespannt! Teilweise haben wir – durch den regen Austausch über die letzten Monate hinweg – das Gefühl, wir würden uns schon lange kennen.

Da oben an Deck werden wir bald wieder stehen …
Apropos schon lange kennen … seit einigen Jahren kenne ich ihn virtuell. Uli, der in Warnemünde wohnt. Getroffen haben wir uns jedoch noch nie. Und ich würde wahnsinnig gerne ein Weilchen mit ihm plaudern, etwas zusammen trinken. Ob das klappt? An uns wird es nicht scheitern, aber wir sind erst Mittags in Hamburg und der Transfer per Bus nach Warnemünde dauert ca. 3 Stunden (oder womöglich mehr?) und die AIDAmar hatte ja ihren Abfahrtstermin entgegen der ursprünglichen Planung vorverlegt. Um 16:30 heisst es nun “alle Mann an Bord”. Zeitlich wird es daher eng.
Also: Daumen drücken für – “Virtual becomes reality” – eine grandiose Verabschiedung von Warnemünde – ein tolles Fantreffen, auf dass sich neue Freundschaften entwickeln – und natürlich für die vor uns liegende “Schönste aller Reisen”.

AHOI !!!! Auf das alles klappen möge wie geplant – und noch besser!!!!

 

Reisebericht 2: Glücksmomente

Eine große Verabschiedung

Alles funktioniert. Der Flieger, der Shuttle-Bus und damit auch das Treffen mit meinem langjährigen Facebook-Freund Uli aus Warnemünde. Wir checken schnell ein und eilen zum Pier 7, DEM Lokal aller Kreuzfahrer in Warnemünde. Großes „Hallo“, Uli sitzt mit anderen Mitreisenden von uns sowie Rostocker Freunden zusammen. Uns bleibt Zeit für ein kurzes Schwätzchen und schon müssen wir zurück an Bord.
Als wir – etwas verspätet – auslaufen, ist es schon dunkel. Das Wetter ist mega-bescheiden, es nieselt. Die AIDAmar ist das letzte Schiff, das in dieser Saison Warnemünde verlässt. Das muss gebührend zelebriert werden, der Kapitän lässt das Schiffshorn ausgiebig erschallen, damit Warnemünde noch einmal die volle Dröhnung bekommt. Einige Schiffe begleiten uns bis zur Hafenausfahrt – angesichts des schlechten Wetters haben wir damit gar nicht gerechnet.
Als die Auslaufmusik erklingt und das Tuten des Schiffshorns in meinem Magen vibriert (ich stehe vorne im Bug, da bekommt man die volle Beschallung), bin ich glücklich. So richtig! Ich bin wieder auf dem Meer … auf der AIDA.
Die See erweist sich momentan als Ententeich, wobei der Entertainment-Manager bei der abendlichen Welcome-Show seine Späßchen darüber macht, dass das so wohl nicht bleiben wird. Wir werden sehen.
Der erste Seetag beginnt strahlend sonnig und als wir um 11 Uhr zum Fantreffen unserer Facebook-Gruppe gehen, ist kein Wölkchen am Himmel. Was will man mehr! AIDA kredenzt Sekt, Häppchen fallen diesmal offenbar aus. Auch ein Gruppenfoto wird diesmal von AIDA nicht gemacht, vermutlich ist unsere Gruppe schlichtweg zu groß. Immerhin sind 175 Personen angemeldet.
Vor dem Mittagessen erhalten wir die Nachricht, dass wir früher in Oslo einlaufen werden, schon heute Nacht. Die Wetterprognose ist gut, so dass – wie geplant – morgen das Freilichtmuseum besuchen können. Nun ruft das vielfältige Bordprogramm. Das Bordprogramm nennt sie „Glücksprinzip“-Reise – und dabei meinen sie nicht, dass es Glück sein wird, wenn wir in manche Häfen einlaufen können oder den Prins-Christian-Sund bei Sonnenschein erleben. Nein, gemeint ist, dass sie drei Persönlichkeits-Coaches an Bord haben, die Vorträge und Workshops halten werden. In wenigen Minuten beginnt der erste dieser Vorträge. Ich muss dann mal los. 😉

Reisebericht, Teil 3: Bilderbuch-Seetag und Nostalgie in Oslo

Wie im Bilderbuch – der erste Seetag

Am ersten Seetag nachmittags besuche ich den ersten Vortrag von Rosita Leon, einer der drei Persönlichkeits-Coaches, die hier ihre Vorträge und Workshops halten. Ich denke mir, ich muss der Sache mal eine Chance geben, zumindest mal reinhören. Aber es erweist sich, dass ich mit der Verbindung von Astrologie und Psychologie nicht so richtig was anfangen kann. Letztlich soll es einem wohl bewusst machen, dass – und mit welchen Mitteln – jeder sein Leben ändern und vielleicht besser gestalten kann, um insgesamt glücklicher und zufriedener zu werden. Zudem bin ich eigentlich im Großen und Ganzen zufrieden und auch immer wieder glücklich. In neun Monaten werde ich noch glücklicher sein (nein, für ein Kind bin ich zu alt), da dann meine arbeitsfreie Zeit beginnt und ich die Querelen und den Ärger der momentanen Situation in meiner Firma endgültig hinter mir lassen kann.
Ich lasse also Vortrag Vortrag sein, zumal das schöne Wetter lockt. Am Heck finde ich ein absolut windstilles Plätzchen und lasse mich von der Sonne wärmen. Es ist soooooo schön. Ein Seetag wie im Bilderbuch!
Das Bilderbuch hat abends gleich noch eine Fortsetzung, um 18 Uhr ist Sonnenuntergang. Der Kapitän legt den Gästen per Durchsage ans Herz, das Ereignis nicht zu verpassen – zumal hinsichtlich der anrückenden Tiefdruckgebiete fraglich scheint, ob sich in absehbarer Zeit ein derart schöner Sonnenuntergang wiederholen wird. Der nächste Persönlichkeits-Coach, der seinen ersten Vortrag „Lebensglück – vielleicht gelingt es ja doch“ – hält, hat selbst weniger Glück, denn er spricht leider vor einem fast leeren Theater. Die eine Hälfte der Gäste sucht ihr Lebensglück beim Fotografieren des Sonnenuntergangs (wie bestellt fährt auch noch die ColorLine vorbei), die andere Hälfte im Restaurant, das gerade aufgemacht hat.

Zurück in die Vergangenheit – Nostalgische Bauten im Norsk Folkemuseum von Oslo

Der Blick aus dem Fenster in der Früh zeigt: wir liegen mitten vor der Festung – bei strahlend blauem Himmel. Es verspricht, ein wunderbarer Tag zu werden. Kalt, ja, aber dafür gibt es ja warme Kleidung.
Da wir schon auf einer früheren Reise in Oslo waren, wollen wir diesmal – mit einem Ehepaar aus unserer Facebook-Gruppe – zum Freilichtmuseum. Im Vorfeld hatte ich entdeckt, dass man mit Google Maps DURCH das Areal gehen und die tollen Bauten bewundern kann, daher freue ich ich schon sehr, alles live zu sehen.
Wir haben uns nicht zuviel erhofft – es ist einfach toll! Die Bauten zeigen, wie man von 1500 bis heute in Norwegen gelebt hat. Ca. 160 historische Gebäude wurden aufgebaut. Die Gebäude sind überaus malerisch und das noch kombiniert mit den Herbstfarben der Bäume – einmalig. Ich glaube, fast schöner als im Sommer.
Zurück am Liegeplatz schlendern wir noch die Uferpromenade entlang und genießen die Sonne. So ein schöner Tag!

Reisebericht, Teil 4: Abendliche Stimmung ohne Ende

Ein letzter Blick auf Oslo – und das abendliche Entertainment kann beginnen.

Das Bordprogramm nannte diese Reise ja „Glücksprinzip“-Reise. So ist es auch Glück, ob das Programm auf der eigenen Wellenlänge liegt. Tut es – heute Abend auf voller Linie. Es ist der erste Auftritt des Gastkünstlers Wayne Morris. Wayne … was? Ich habe bisher nie von ihm gehört und damit auch keinerlei Erwartungshaltung. Die Bordzeitung schreibt „Seit 29 Jahren tobt Gitarrist und Sänger Wayne Morris nun schon über die Bühnen dieser Welt“. Heute Abend tobt er im Theatrium der AIDAmar. Und wie!!!!

Wayne Morris in Action
Was immer der Einzelne unter „Glück“ verstehen mag, Wayne Morris rockt die Bühne. Von Anfang an, kaum dass er sie betreten hat. Stimmung ohne Ende, das Publikum – wir eingeschlossen – kann nicht genug bekommen. Die Show dauert leider nur 45 Minuten, die zudem wie im Flug vergehen. Wayne Morris ist genial, da gibt es keine Frage und wir lassen unserer Begeisterung freien Lauf.
Nahtlos geht das gleich im Brauhaus weiter. Dort ist Karaoke-Abend angesagt. Das haben wir auf der Blu bei der Transeuropa kennen und lieben gelernt. Wir kommen gerade noch rechtzeitig, um zu viert einen guten Platz zu bekommen. Was immer man von Karaoke halten mag – letztlich ist es egal, ob jemand singen kann oder nicht. Der erste, der sich traut, ist übrigens einer aus unserer Facebook-Gruppe. Und er macht das prima!
Das Publikum singt jeden Song lauthals mit, die Stimmung ist Oktoberfest-gerecht und alle Sänger werden bejubelt. Hauptsache „Fun“ – und den scheinen alle zu haben. Wir eingeschlossen. Zur Krönung taucht auch noch Wayne Morris auf und singt zwei Songs. Das Brauhaus tobt!
Das „Glücksprinzip“ der Reise wurde heute Abend also voll erfüllt.

Reisebericht, Teil 5: Bergen – oder die Übung, gute Regenfotos zu machen

Zweiter Seetag – kein Wal in Sicht

Der zweite Seetag überrascht uns mit dem Wetter, denn wir waren der Meinung, es würde heute schon regnen.
Ich kann sogar zwei Stunden lang draußen direkt vor der Anytime Bar sitzen und bekomme immer wieder ein paar Sonnenstrahlen ab. Mit dicker Jacke und Decke über den Beinen geht das gut, denn direkt an der Wand ist kaum Wind. Seegang ist kein nennenswerter, ich spüre zwar ab und zu, dass ich auf einem Schiff bin, aber es ist minimal. Der Kapitän hat uns einen Wal in Aussicht gestellt. Der aber glänzt durch Abwesenheit. Hat wohl nicht gewusst, dass er einen Fototermin hat. Statt dessen kann ich einen wunderbaren Regenbogen fotografieren, das ist doch auch was. 😉
Am Abend beginnt der „Zurück in die Zukunft“-Event. Das wird auf allen AIDAs gefeiert, habe ich gelesen. Die drei Filme werden gezeigt, heute der erste Teil. Das große Willkommensfest ist morgen im Theatrium, denn der 21. Oktober 2015 ist der Tag, an dem Marty McFly und Doc Brown zurück in die Zukunft reisen. Genau um 16:29 Uhr, daher ist das dann morgen auch die Zeit, an der alle an Bord sein müssen.

Bergen wird seinem Ruf gerecht – nix ist, mit Fjordfahrt

„Wie im Märchen fühlt man sich als Besucher in Bergen …“, so heißt es in der Bordzeitung. Das Märchen ist aber leider baden gegangen. An der Gangway kommt uns Uwe aus unserer Facebook-Gruppe mit seinen Freunden entgegen, sie haben sich gleich morgens in den Regen gestürzt, sind jetzt ziemlich durchweicht und erleichtert darüber, wieder im Trockenen zu sein.
Damit ist also heute der Tag, an dem sich die neuen, wasserdichten Schuhe und die Jacke bewähren können. Die bekommen 100 Punkte, alles wunderbar. Der Schirm von meinem Mann überlebt allerdings die erste Minute vor dem Schiff nicht, der Wind knickt ihn um (den Schirm 😉 😉 ) und er ist Schrott. Mein Mann streicht daraufhin die Segel und geht wieder rein. Es macht für ihn keinen Sinn, denn er filmt und es ist nicht möglich, die Kamera trocken zu halten, so wie es schüttet. Zudem waren wir bereits zwei Mal in Bergen – mit Sonne übrigens. Deshalb wollten wir eigentlich dieses Mal eine Fjordfahrt machen, was aber so gar keinen Sinn macht. Es schüttet nicht nur wie aus Kübeln und Windböen peitschen den Regen, zudem ist die Sicht auch sehr schlecht. Wäre man zu Hause, dann wäre das so ein Wetter, wo man keinen Hund vor die Tür jagt. Geschweige denn selbst heraus geht.
Ich bin jedoch wild entschlossen, zu Dokumentationszwecken zumindest ein paar Fotos zu machen und stiefele los. Bis zur historischen Altstadt, der Hanse Brygge, schaffe ich es. Die Handschuhe sind durchweicht, die Hose von unten bis hoch über die Knie patschnass. Ich hüpfe von einem Vordach zum anderen, damit mein Fotoapparat trocken bleibt. Auf den Fischmarkt, ebenso wie auf ein Foto der Häuserfront (dazu hätte ich vor ans Wasser gehen müssen) verzichte ich. Schnell zurück auf’s Schiff – rette sich wer kann. Als wir beim Mittagessen sitzen, ist es draußen so neblig, dass man kaum das andere Ufer sieht. BÄH!!!
Da ist der Plan ideal, den späteren Nachmittag mit Wellness zu verbringen. Bei diesem Wetter gibt es nichts besseres! Vorher werden wir noch kurz Marty McFly begrüßen. Man kann sich wohl auch vor dem „Zeitreise-Auto“, dem umgebauten DeLorean fotografieren lassen (vermutlich werden sie ihn auf die Leinwand im Theater projizieren). Mal gucken!

Reisebericht, Teil 6: Party, Wellness und Schiffschaukel

Welcome-Party für Marty McFly

(21.10., Bergen) Damit Marty McFly bei seiner Ankunft auch ordentlich begrüßt wird, richtet AIDA eine „Zurück in die Zukunft-Party“ aus. Das ist richtig nett gemacht, mit kleinem Buffet und entsprechender Deko.
Bevor der zweite Teil der Filmtrilogie startet, meldet sich Kapitän Sven Laudan mit einer Durchsage. Die erste (und hoffentlich letzte) Planänderung. Ein heftiges Tief ist direkt in Richtung Schottland im Anmarsch. Erwartet werden 60 Knoten Windgeschwindigkeit, das entspricht 111 Stundenkilometern. Puh! An ein Anlegen in Kirkwall ist da überhaupt nicht zu denken. Laudan sagt, bereits bei 30 Knoten Wind könne er nicht mehr anlegen. In Bergen waren wir ja schon um Mitternacht, der Kollege von der Magellan, der erst am Morgen kam, hat drei Stunden gebraucht, um überhaupt festmachen zu können.
Unser privat organisierter Ausflug zu einer Whiskey-Destille in Kirkwall fällt also flach. Schade, schade, ich hatte mich darauf gefreut mit einigen Mitgliedern unserer FB-Gruppe ein Gläschen zu verkosten. Wir fahren statt dessen – an den Färöer-Inseln nördlich vorbei – direkt nach Reykjavik und werden dort über Nacht liegen. Voraussichtliche Ankunft am Samstag (24.10.) mittags. Auch wenn der Kapitän versucht, die bestmögliche Route am Rand des Sturmtiefs zu finden – wir müssen trotzdem mit einigem Seegang rechnen. Er meinte, so 5-6 Meter hohe Wellen seien zu erwarten.
Im Theater starten nun Marty McFly und Doc Brown – während wir auf „Entdeckungstour“ gehen.

Ein Kleinod auf der AIDAmar – die Wellness-Suite

Bekannte haben uns eingeladen, sie in der Wellness-Suite zu besuchen. Die Tür geht auf – und wir können nur „BOAHHHH“ sagen. Ein kleines Paradies erwartet uns. Ja, das zu mieten ist nicht billig, aber jeden Cent wert. Finden jedenfalls wir.
Whirlpool für zwei Personen, eine kleine Sauna, ein Außenbereich mit zwei Liegen, innen bequeme Liegen, alle möglichen Spa-Produkte, Dusche und WC. Ein Traum. Da es nur eine einzige dieser Suiten gibt, ist sie auch super schnell ausgebucht. Wir erkundigen uns sofort nach noch freien Terminen – die es aber kaum noch gibt. Aber wir haben Glück und finden noch einen, am 2. November, dem Seetag vor New York. Mietdauer sind immer vier Stunden, das kostet 199 EUR an Seetagen, an Landtagen 139.

Die ersten liegen schon flach 😉

(22.10., Seetag, auf dem Weg nach Reykjavik) Die Nacht ist etwas schaukelig, die Tüten hängen im Treppenhaus und zu unserer Überraschung entdecken wir in der Früh, dass in der Kunstgalerie alle Bilder abgehängt, die Schmuckvitrinen geleert und die Schaufensterpuppen „flachgelegt“ wurden. Ja, es schaukelt, auch jetzt noch, während ich hier im Brauhaus sitze und schreibe – aber wir empfinden es nicht als soooo schlimm. Da hier alles voll besetzt ist, geht es anderen wohl ähnlich.
Draußen hellt es sich gerade auf und ein paar Sonnenstrahlen verirren sich auf das bewegte Meer. Auch der Kapitän hat nicht daran geglaubt, die Sonne zu sehen, wie er gerade bei seiner Durchsage verkündet. Er sagt, das Tief zieht südlich an uns vorbei – und wir sollten alle froh sein, dass wir nicht darin stecken.
Im Brauhaus tönt jetzt „…bring back, bring back my bonny to me…“, wir schlürfen unser Bier und freuen uns darauf, was der Tag noch bereithalten mag.
Heute Abend wird im Brauhaus auch Wayne Morris wieder auftreten, ein Highlight, auf das wir uns schon jetzt freuen.

Reisebericht, Teil 7: Wir schaukeln fröhlich nach Island

(23.10., auf hoher See) Was ein Glück, dass wir uns auch diesmal als seefest erweisen (toi, toi, toi), „fröhlich“ trifft daher auf uns voll zu – aber nicht unbedingt auf alle Gäste. Ich hörte, der Doc habe reichlich zu tun und der ein oder andere ist ohne seinen Partner/-in unterwegs. Heute früh haben wir (“nur”) 40 Knoten Windstärke und das ist schon relativ wenig. Gestern konnten wir 55 Knoten bieten und in der Nacht sogar noch mehr, wie der Durchsage von Kapitän Laudan zu entnehmen ist. Ich habe auch mehrfach registriert, dass es reichlich geschaukelt hat und draußen peitschte die Gischt vor unserem Balkon hoch. Wir sind auf Deck 6, nahe beim vorderen Treppenhaus. Die Wände in der Kabine knarzen und knirschen. Bei Freunden von uns ist das so laut, dass sie deshalb schlecht schlafen können.
Deck 5 ist gesperrt, das ist klar. Auch sonst ist einiges „out of order“, zum Beispiel die Maschine, die die Fotoabzüge erstellt. Im Fotoshop sagt man mir, es würde leider mehr als einen Tag dauern, denn sie können – oder dürfen – die Maschine bei dem Wellengang nicht in Betrieb nehmen.
Auch die Laufbänder im Fitness kann man derzeit nicht benutzen. Crosstrainer geht, allerdings fühlt sich das Laufen bei dem Wellengang recht merkwürdig an. Fahrrad ist da deutlich besser.
Das Wetter bleibt den Tag über wechselhaft, ab und zu scheint sogar die Sonne und beschert uns wieder einen so tollen Regenbogen, dass sogar der Kapitän per Durchsage darauf aufmerksam macht.
Wir haben „alte Bekannte“ an Bord, die wir auf der Transeuropa mit der Blu kennengelernt haben. Damals hatten wir einen unglaublichen Spaß mit ihnen beim Karaoke. Die Verkleidungen der beiden sind überaus abwechslungsreich und phantasievoll (man beachte die Klorolle)! Heute Nachmittag ziehen sie mit einem Wägelchen mit Kosmetikprodukten durch die Gegend und „behandeln“ willige Passagiere.
Gestern Abend waren wir überrascht, wie leer es im East-Restaurant war (ja, das gibt es auch auf AIDA). Vielleicht lag es ja am Themenabend „Kambodscha“, der vielen Gästen möglicherweise suspekt war. Aber vielleicht macht sich doch die Seekrankheit bemerkbar…. Heute wollen wir mit Mehreren ins Bella Donna, da könnten wir mit einem größeren Tisch vielleicht auch Glück haben. Danach ist dann der erste Auftritt von Berhane Berhane (gehört so, die Namensdopplung). Wir sind mal gespannt. Wenn er so gut ist wie Wayne Morris, ist Spaß garantiert.
Angekündigt ist, dass wir morgen so gegen 12 Uhr den Lotsen übernehmen und in Reykjavik einfahren. Das Wetter war heute Nacht teilweise so schlecht, dass der Kapitän schon Zweifel daran hatte, ob das klappen würde. Wenn also alles planmäßig funktioniert, können wir morgen Nachmittag einen Spaziergang durch Reykjavik machen. Unser „großer“ Ausflug ist übermorgen, eine Fahrt auf dem Gletscher, mit so einem riesigen Gletschermobil. Mit Besichtigung der Eishöhle sowie zwei Wasserfällen und dem Nationalpark Thingvellir (letzteren kennen wir schon).
Vermute mal, dass der Boden unter uns schwanken wird, wenn wir wieder Land betreten….

Reisebericht, Teil 8: Rundgang in Reykjavik

(24.10., Reykjavik) Am Morgen erwartet uns ein wunderbarer Sonnenaufgang. Allerdings schaukeln wir immer noch und auch in der Nacht waren die Böen recht heftig. Um 11 Uhr soll der Lotse übernommen werden, wobei noch offen ist, ob wir in den Hafen fahren können. Die Vorhersage stimmt nicht mit dem realen Wetter überein, der Wind ist immer noch zu stark und sch…kalt. Ich wage mich mal an Deck, dick vermummt, denke mir, ein Foto von Deck 12 aus wäre nicht schlecht. Kaum gehe ich die Außentreppe hoch, werde ich vom Wind gebeutelt. Ein Foto machen ist auch nicht richtig möglich, weil der Wind an meiner Hand mit der Kamera reißt. Zügig trete ich den Rückzug an – und denke, ich sehe nicht richtig – steht da doch einer mit Badehose. Den scheint die Kälte nicht zu stören. Im Whirlpool verstehe ich das ja noch, aber draußen? Mit nasser Badehose? …vermutlich hält die Mütze warm. 😉
Ich jedenfalls rette mich auf die Kabine, auf dem Balkon ist kaum Wind. Im Zeitlupen-Tempo navigieren wir in den Hafen. Der Kapitän erzählt nachher, der Lotse habe ihm glaubhaft versichert, im Hafen wäre der Wind nicht so stark. Er habe das mal geglaubt – und es hat ja auch alles geklappt!
Nach dem Mittagessen ziehen wir zu viert los. Es gibt einen Shuttle, aber die Warteschlange ist endlos lang und pro Person kostet es 10 EUR für die Hin- und Rückfahrt. Ein Taxi zu viert hingegen 20 Euro für eine Richtung, also eine leichte Rechnung. Letztlich teilen wir uns dann zu acht ein Großraumtaxi.

Das Opernhaus von Reykjavik
In der Nähe vom Opernhaus werden wir abgesetzt, spazieren in Richtung Hallgrimskirche und wundern uns über die vielen Leute auf der Straße, die in langen Schlangen vor diversen Ständen mit Gemüsesuppe warten. Offenbar ist heute „Suppentag“, eine Tradition in Island, bei der (kostenfrei ?) Suppe ausgeschenkt wird. (Das ist jetzt kein Witz, stand in einem Reiseführer.)

Hallgrimskirche
In der Hallgrimskirche kann man – komfortabel mit Fahrstuhl – auf den Turm fahren. Den Bick stelle ich mir schön vor. Allerdings treffen wir vor der Kirche Bekannte, die uns berichten, dass sich die Warteschlange schon um die halbe Kirche wickelt. Und nur sechs Personen passen in den Aufzug. Also ist das gestrichen. Ewig anstehen wollen wir nicht. In der Kirche spielt gerade der Organist, ich bin begeistert (da ich Orgelmusik liebe). Leider ist er schon am Ende seiner Darbietung, ich kann gerade noch ein Foto machen. Schade, schade.
Von der Kirche aus gehen wir runter zum Tjörnin-See. Übrigens ist es sehr sehr frisch, vor allem durch den Wind. Wir überlegen schon alle krampfhaft, was wir morgen – wenn es auf den Gletscher geht – wohl noch alles wärmendes anziehen könnten.

Tjörnin-See

Ohne Worte … 😉
Großen Spaß haben wir mit einem WC-Häuschen. Erfreut stellen wir nach Lektüre der Aufschriften fest, dass es nichts kostet. Obwohl ein Schlitz für die Geldeingabe vorhanden ist. Das Öffnen ist noch relativ einfach, man drückt einfach auf den großen Knopf. Verlässt man das Häuschen wieder, wird die Tür automatisch verriegelt und innen läuft ein Säuberungs-/Spülvorgang. Das dauert seine Zeit, bis dann die Tür wieder freigegeben wird. Wir sind zu viert und jeder will (muss) mal. Das dauert. Vor allem, weil wir erst beim letzten Mann herausfinden, dass sich die Tür nur dann von innen schließt, wenn man auf der richtigen Stelle steht. Daher versuchen die, die draußen sind, die Tür irgendwie zuzuhalten, während der andere drin ist. Alles nicht einfach, denn die wehrt sich, die Tür. Wir gackern und johlen und haben unseren Spaß. Mit so einer simplen Sache kann man also Touristen erfreuen.
Auf dem Weg zum alten Hafen entdecken wir dann noch eine riesige Flohmarkthalle. Offenbar laut Reiseführer der einzige Flohmarkt Islands.

Flohmarkt in Reykjavik
In einem Geschäft mit ausschließlich Weihnachtsartikeln erwerben wir dann noch ein paar Mitbringsel und kommen glücklich und etwas durchgefroren zurück auf’s Schiff. Morgen startet dann für uns alle das Abenteuer Gletscher, wobei unsere Bekannten zwar auf einem sehr ähnlichen, aber leider nicht dem gleichen Ausflug sind.

Die Autorin

Reisebericht, Teil 9: In Islands Kühlschrank

Ein Ausflug zum zweitgrößten Gletscher Islands

(25.10., Reykjavik) Zu nachtschlafener Zeit klingelt der Wecker, denn um 7:15 Uhr startet bereits unser Ausflug. Draußen ist es noch stockfinster und der Wind pfeift. Als wir zu unserem Treffpunkt, der Pier 3 Bar gehen, haben wir alles an, was man nur anhaben kann. Eskimo-like. Das Ganze bedurfte schon im Vorfeld sorgfältiger Planung. Bei 31 Reisetagen durch alle Klimazonen muss man irgendwie gewichtssparend packen. Also habe ich mir Seidenunterwäsche bestellt, die sehr warm halten soll. Unter meinen Pullover kommt nun dieses langärmlige Seidenteil, unter die Jeans eine entsprechende lange Seidenhose. Wasserdichte Schuhe – und? – Stulpen. Erweist sich als geniale Idee, hält die Unterschenkel unter der Jeans gut warm und auf diese Weise musste ich nicht auch noch Stiefel mitnehmen. Dann Weste, warmer Schal und eine mehrlagige Outdoor-Jacke. Und Mütze und Handschuhe, natürlich. Das müsste passen. Mein Mann ist ähnlich ausgestattet. Leider fühlt man sich damit wie das Michelin-Männchen auf Urlaub. 😉

Auf dem Weg zum ersten Ausflugsstopp
An der Pier 3 Bar müssen wir ein Weilchen warten. Zum einen sind nicht alle 45 Gäste pünktlich, zum anderen hat eine Dame den Fehler begangen, noch die Toilette aufzusuchen. An sich kein Problem – aber in diesem Fall geht die Tür nicht mehr auf. Ein Mechaniker muss gerufen werden und arbeitet eine Weile daran hin, die Tür wieder aufzubekommen. (Man stelle sich vor, jemand wäre auf die Idee gekommen, die Toilette – vielleicht weil schön ruhig gelegen – unter Tags aufzusuchen. Kein Mensch hätte die dort gefunden ….)
Der Mechaniker löst das Problem und es geht los, sind auch alle da. Unser Ausflug soll auf den Gletscher Langjökull gehen – und zwar mit Besuch der Eishöhle. Er wurde relativ spät neu ins Programm genommen, hat online 223 EUR pro Person gekostet – teuer, ja, aber wann kommt man hier schon nochmal hin? Wer das erste Mal auf Island ist, sollte sich erst einmal „DIE“ Highlights angucken, als da sind Geysir Strokkur, Gulfoss Wasserfall und Thingvellir Nationalpark. Auf diversen FB-Postings von diesem Ausflug ist relativ häufig blauer Himmel zu sehen, die Gäste haben wohl wirklich Glück mit diesem Ausflug. Wir waren jedoch schon dort, deshalb möchten wir jetzt eine andere Seite von Island sehen.
Im Stockfinsteren fahren wir los, erst soll es zu einer Quelle gehen, bei der in großen Mengen kochend heißes Wasser aus dem Boden sprudelt, im Anschluss zu beeindruckenden Wasserfällen, dann was Essen, anschließend auf den Gletscher und danach zum Thingvellir Nationalpark. Ein straffes Programm in 10 Stunden.

Wasser in rauhen Mengen

Die Fahrt zur Quelle über bereits verschneite Straßen dauert über 1 ½ Stunden. Inzwischen ist es zwar so langsam hell geworden, allerdings hängen die Wolken hier im Hochland tief, die Sicht ist mega-bescheiden, ein eisiger Wind pfeift über die Ebene und es schneit ein wenig. In Reykjavik hatte es Null Grad, je höher wir kommen, desto kälter wird es werden. Der Schnee in der Nacht muss heftiger gewesen sein, den wir stapfen die wenigen Meter vom Bus bis zur Quelle durch etliche Zentimeter. Ich hoffe, das meine Gore-Tex Trekking-Schuhe weiterhin das halten, was sie versprechen. Mit großem Druck sprudelt das Wasser aus der Tiefe. Immerhin ist die Quelle Deildartunguhver Europas wasserreichste Heißwasserquelle. Es wird von hier bis Reykjavik geleitet und kommt dort mit immerhin noch 70 Grad an. Zu fotografieren ist die Sache schwierig, da der Dampf herumwirbelt und kontinuierlich die Quelle vernebelt. Das Licht ist auch nicht gerade üppig.
Nach 15 Minuten wieder ab in den warmen Bus und weiter geht es zu den Hraunfossar und Barnafoss Wasserfällen. Das sind Namen, oder? Mein Mann hatte schon bei unserem ersten Island-Besuch beim Vertonen seines Films Schwierigkeiten, die Namen auszusprechen. Barnafoss geht ja noch, aber Thingvellir, Deildartunguhver? Aber egal, der Wasserfall – wie er auch heißt – ist fotogen. Ganz anders, als der berühmte Gulfoss, aber auch schön. Am Wegrand sehe ich ein Hartschalen-Köfferchen stehen und wundere mich ein wenig, wer so etwas mitnimmt. Dann aber sehe ich Mitreisende, die in den Himmel schauen. Eine Drohne! Neugierig schaue ich dem, der sie steuert über die Schulter und sehe auf dem Steuerungsdisplay die Wasserfälle ganz toll von oben. Super-Sache!

Mit dem Gletschermobil hinauf in die Kälte

Nach 20 Minuten weiterer Busfahrt sind wir am Rand des Gletschers angelangt und wechseln das Fahrzeug. Mit einem riesigen Schneemobil kriechen – anders kann man es nicht sagen – wir den Gletscher hinauf. Es hatte geschneit und es ist wohl besonders schwierig, durch den dicken Pulverschnee zu fahren. Zumal die Strecke ja nicht eben ist, sondern steil bergauf geht. Immer wieder bleiben wir stehen, rollen ein paar Meter zurück, nehmen neuen Anlauf. Die Strecke ist mit Stäben markiert, sonst wüsste man vor lauter Weiß gar nicht wohin. Weit oben sehen wir im Schnee einen schwarzen Punkt – dort soll es hingehen. Die Eishöhle liegt auf 1260 Meter Höhe und wir benötigen sehr lange für die Fahrt nach oben. Gut zwei Stunden soll es laut unserem Reiseführer dauern, bis wir wieder unten bei unserem Bus sein werden.
Zu meiner Freude reißt der Himmel an verschiedenen Stellen auf, Blau wird sichtbar und ein paar Sonnenstrahlen beleuchten die Szenerie um uns. Fotos aus dem Gletschermobil heraus lassen sich leider nicht vernünftig machen. Wir sind angeschnallt, ich kann mich kaum rühren und sitze auch nicht direkt am Fenster. Das Gletschermobil ist übrigens nicht geheizt, was wir schon wussten. Wir sind über jede Schicht unserer Kleidung froh. Bis wir oben ankommen ist leider wieder alles grau in grau und es schneit. Der schwarze Punkt erweist sich als Bagger. Ein paar Meter daneben befindet sich eine kleine Kuppel, wie ein kleines Iglu mit einem so schmalen Einlass, dass man nur einzeln hindurch gehen kann. Der Schnee liegt hier hoch, falls jemand keine wasserdichten Schuhe anhaben sollte, tut er mir leid. Es dürfte etliche Minusgrade haben, die durch den eisigen Wind verstärkt werden. Handschuhe ausziehen sollte man lieber nicht.

Blick zurück auf den Eingang der Höhle
Wir schieben uns durch den Einlass, es geht einen breiten Gang nach unten – und ich bin von der Größe und Weitläufigkeit der Höhle überrascht. Die Gesamtlänge des Stollens beträgt 500 Meter, wir gehen jedoch nur 200 Meter weit und 40 Meter in die Tiefe. Am Eingang bekommen wir alle „Schneeketten“ unter die Schuhe, denn es ist stellenweise glatt und rutschig. Die Gänge sind beleuchtet, teilweise auch in wechselnden Farben und das Eis schillert im Licht.
Leider sind an manchen Stellen auch richtig tiefe Pfützen und ich trete im Verlauf des Rundgangs prompt zwei Mal in eine rein, weil man sie bei der Beleuchtung relativ schlecht sieht. Glück gehabt, die Füße bleiben trocken. Die Temperatur in der Höhle beträgt 0 Grad, also recht warm, wenn man von außen kommt. Ich staune, dass es sogar zwei Toiletten (Plumps) hier drinnen gibt.
Nach dem Rundgang bringt uns das Gletschermobil wieder zurück zu unserem Bus. Bergab geht das doch deutlich leichter und schneller als auf der Hinfahrt.

Der Nationalpark fällt ins Wasser

Nächster Stopp soll Thingvellir sein. Dort waren wir schon einmal und fanden sehr beeindruckend, wie sich das Gestein am Rand der beiden Kontinentalplatten auftürmt. Im Sommer kann man anscheinend eine kurze Strecke durchs Hochland fahren, die aber jetzt bereits gesperrt ist. Also müssen wir einen Umweg machen. Ich schlummere im Bus eine ganze Weile vor mich hin, als plötzlich durchgesagt wird, dass wir den Ausflug abbrechen und sofort zum Schiff zurückkommen sollen. Da wir auf dem Gletscher viel Zeit verloren haben, wären wir nie im Leben pünktlich zurück gewesen. Offenbar droht aber erneut schlechtes Wetter mit sehr viel Wind, so dass Kapitän Laudan schauen muss, dass er rechtzeitig ablegen kann. Schade für die, die Thingvellir noch nicht kennen.
Klappt auch alles mit der Rückkehr der Ausflügler und wir legen pünktlich ab. Laudan berichtet, dass die beiden Eislotsen für Grönland bereits an Bord sind – bis dahin habe ich noch gar nicht darüber nachgedacht, dass es für Grönland eine besondere Regelung braucht. Wettertechnisch wisse man noch nichts genaues, berichtet der Kapitän, denn wenn es windig ist, kann es immer mal wieder sein, dass ein Eisberg die Einfahrt zum Prins Christian Sund versperrt.
Das wollen wir ja mal nicht hoffen. Wir sind sehr gespannt und wollen natürlich unbedingt durchfahren, Eisberge sehen, Qaqortoq besuchen …. Aber erst mal haben wir wieder einen Seetag vor uns. Während ich dies schreibe – ich sitze bei einem Bier im Brauhaus – ist die See recht ruhig und ab und zu lugt die Sonne durch die Wolken. Wir sind gespannt, was uns morgen erwartet!

Reisebericht, Teil 10: Begeisterung auf ganzer Linie

Morgen ist der große Tag: Prins Christian Sund

(26.10., auf dem Weg nach Grönland) Die Durchsage des Kapitäns am Mittag könnte uns keine größere Freude bereiten. Er schildert den Ablauf des morgigen Tages. Dem Tag, dem alle hier entgegenfiebern. Für viele ist er der eigentliche Reisegrund. Wir werden durch den Prins Christian Sund in Grönland fahren. Dem Ort, wo die Eisberge herkommen. 😉 Vor einigen Wochen ist die Luna durchgefahren und wir haben mit langer Zunge auf die Webcam geguckt und Postings in FB verfolgt. Nicht nur, dass sie durchfahren konnten, sie hatten dazu auch noch allerschönstes Wetter. Die Vorhersage für morgen ist gemischt, es soll aber nicht regnen und vielleicht kommt auch mal die Sonne heraus. Was will man mehr. Wir sollen morgen gegen 8 Uhr früh vor der Einfahrt in den Sund sein. Zu der Zeit ist es noch dunkel, Sonnenaufgang ist um 8.01 Uhr. Wir werden mit Scheinwerfern fahren, die Brücke ist mehrfach besetzt und alle halten nach Eisbergen Ausschau. Sicher ein tolles Bild, wie die Scheinwerfer aufs Meer strahlen und eventuell Eisberge erfassen. Gegen 9 Uhr sollen dann ein oder zwei Boote ausgeschickt werden, um Eis zu holen. Wie wir in diversen Berichten gesehen und gelesen haben, schmilzt Gletschereis sehr langsam, weil das Eis so unglaublich komprimiert ist. Das werden wir dann in einem Whiskey testen! So gegen 11 Uhr sollen wir dann in den Sund einfahren. Du meine Güte, wird das ein toller Tag!!!! (Alle Mann Daumen drücken, dass alles klappt!)

Spitzen-Entertainment an Bord

Bis dahin genießen wir noch ein wenig Bordleben. Was man halt so macht. Mit Blick auf das Meer ein wenig sporteln, ein Bier mit Freunden in der Destille trinken und dem Bericht unseres Lektors Gerrit Aust über Grönland lauschen. Er erzählt kompakt, klar, informativ und sehr sympathisch. Mit anschaulichem Fotomaterial. Das Theater ist auch voll besetzt, die Gäste wollen wissen, was sie morgen erwartet. Im Sund gibt es zwei Gletscher, die erfreulicherweise auf der Steuerbordseite sind, so dass wir von unserer Kabine aus besten Blick darauf haben werden.
Auch die Abendunterhaltung bietet heute Top-Events. Als erstes wird „Wer wird Millionär“ gespielt. Wie wir gehört haben, hat AIDA eine Lizenz davon erworben, die – quasi als Wanderpokal – von Schiff zu Schiff weitergegeben wird. Und heute haben wir das Vergnügen.
Um 21 Uhr folgt der lang erwartete zweite große Auftritt von Wayne Morris. Das Theater ist zum Bersten voll, die Stimmung gigantisch. Wayne hat das Publikum sowas von in der Hand, unglaublich. Alle stehen, in mehreren Reihen auch hinter den Sitzen, klatschen und singen lauthals mit. Die eigentlich 45-minütige Show wird weit überzogen, weil niemand ihn gehen lassen will. Was für ein toller abendlicher Ausklang!

Reisebericht, Teil 11: Majestätisch, erhaben und wunderschön!

Fahrt durch eine stille, kalte und verzauberte Welt – der Prins Christian Sund

(27.10., Grönland) Es ist unbeschreiblich! Die Szenerie um uns herum gehört zum Schönsten, was ich je gesehen habe. Ein Motiv ist einmaliger als das andere. Jeder, der vielleicht den Weg der Mar über die Bugkamera verfolgt, wird gesehen haben, welchen Traumtag wir erwischt haben. Das bestätigt auch unser Lektor, solche Tage seien hier äußerst selten, sagt er. Das haben wir natürlich nur denen zu verdanken, die der Mar und ihren Gästen so fest die Daumen gedrückt haben. Danke dafür!!! Wir sind seit dem Frühstück ununterbrochen auf den Beinen. Mein Bewegungstracking sagt, ich bin bis zum Mittagessen schon 6 Kilometer gelaufen.
Schon der Auftakt ist vielversprechend: vor dem Sund kommt uns in der Morgendämmerung bereits ein Eisberg entgegen. Als die Sonne durch die Wolken bricht, fahren wir ein in den Sund. Das Wasser ist glatt wie ein Spiegel, kleine Eisstückchen treiben darauf. Die ersten Sonnenstrahlen lassen den Schnee glitzern und die Gipfel aufleuchten. Ich fühle mich wie in einem Märchen. Es ist ganz unglaublich schön. Wir können gar nicht sagen, was wir für ein Glück haben, mit diesem Wetter. Das ist kein Wetter – es ist ein Traum. Anders kann man das nicht nennen. Die Berge im Sund sind übrigens bis zu 1700 Meter hoch, und die Gletscher Grönlands binden 8% des Süßwassers der Welt.
Nach dem Einfahren in den Sund steigt Nebel auf, man kann kaum das Ufer sehen. Oh je, denken wir … Aber nach einer halben Stunde kommt die Sonne wieder durch, schafft wundervolle Lichtstimmungen mit dem Rest des Nebels, wie im Bilderbuch. Wir sind in einer verschneiten, stillen Traumwelt. Mein Standardsatz heute: „…es ist ein Wahnsinn!!!“
Wir sind auf der Steuerbordseite, das eine der beiden Boote, die heruntergelassen werden, um Jahrtausende altes Gletschereis zu holen, ist direkt unter unserem Balkon.
Übrigens ist es gut kalt, ich bin schockgefrostet und rette mich ab und an mal ins Innere. Ich fotografiere wie wahnsinnig, aber damit bin ich nicht alleine. Ein Blick ist schöner als der andere. An Deck wird Glühwein ausgeschenkt und als das Eis an Bord ist, gibt es wahlweise Whisky oder Wodka mit Gletschereis. Eine einmalige Sache. Die Gäste können es alle nicht fassen, was wir für ein riesiges Glück haben. Jeder ist aus dem Häuschen. Am Nachmittag liegen wir vor dem einzigen Dorf im Sund, dem Fischerdorf Aappilattoq. Dort leben 130 Personen. Eigentlich sollte eine Gruppe an Bord kommen, was aber aufgrund des starken Windes nicht möglich ist. Der Kapitän sagt, teilweise hätten die Böen bis 50 Knoten, also ca.100 Stundenkilometer. Wir werden daher zügig ausfahren und uns auf den Weg nach Qaqortoq machen.
Ich möchte jetzt die Bilder sprechen lassen, wobei mir die Auswahl schwer gefallen ist. Der Upload übrigens auch, die Social Media Flat ist praktisch, aber es dauert ewig, die Bilder in die Notiz hochzuladen. Obwohl sie verkleinert und komprimiert sind. Mal sehen, wann wir wieder Netz haben, hier im Sund ist nämlich keine Verbindung.
Die Wettervorhersage für Qaqortoq, ist übrigens ebenso gut. Um ca. 23 Uhr sollen wir dort eintreffen und früh morgens beginnt dann gleich der Tenderbetrieb.

Reisebericht, Teil 12: Kunterbunt am Rand des Eises

Qaqortoq, die größte Stadt Südgrönlands – mit gerade mal 3.500 Einwohnern

(28.10., Qaqortoq, Grönland) Obwohl um die Jahreszeit hier hoch oben im Norden recht ungewöhnlich, strahlt die Sonne volle Kanne vom wolkenlosen Himmel. 😉 Wer jetzt glaubt, dann wäre es ja warm, weit gefehlt. Es hat Minus 6 Grad und der heute mal leichte Wind ist noch kälter. Ein Blick vom Deck aus zeigt: am Horizont schwimmen große Eisberge.
Anlegen können wir hier nicht, ab 8 Uhr fahren die Tenderboote. Als wir um 7.30 Uhr das Treppenhaus betreten, reicht die Schlange der Wartenden schon bis Deck 5. Ausgang ist auf Deck 3. Na toll, denken wir, gehen wir erst mal gemütlich Frühstücken. Später fahren hat auch den Vorteil, dass die Sonne, die gerade erst über die Berge guckt, dann voll auf Qaqortoq scheint. Wer nach Qaqortoq übersetzen will, muss das morgens tun, denn um 12.30 Uhr fährt das letzte Tenderboot zurück und um 13 Uhr geht es weiter, nach St. John’s.
Wir wollen den kleinen Ort eigentlich zu viert erkunden und dachten, wir warten mal ab, bis die meisten schon übergesetzt sind und gehen erst um 9:30 Uhr los. Falsch gedacht, denn offenbar hatten etliche andere auch diese Idee. Die Schlange im Treppenhaus reicht nun bis zum Deck 7. Wir drücken uns noch eine Weile an Deck herum, in der Hoffnung, es würde sich bessern, stellen uns dann aber trotzdem an. Ein Gast neben uns witzelt „Mein Urlaub im Treppenhaus!“ und das trifft es, denn fünf Tender fahren, 95 Personen passen in eines rein und es dauert eine halbe Stunde, bis das Boot zurück, die Zurückkommenden draußen und die neuen wieder drin sind. Also stehen wir so ca. 45 Minuten im Treppenhaus. Aber was tut man nicht alles, für einen schönen Ausflug. Und er hat sich gelohnt! Auch wenn hinterher meine Zehen halb erfroren sind. Gut eine Stunde laufen wir herum und überschwemmen den kleinen, beschaulichen Ort zusammen mit 2.000 anderen Passagieren. Da wir aber vermutlich auch hier das letzte Kreuzfahrtschiff sind, das in dieser Saison anlegt, kann nun die winterliche Ruhe einkehren.
Wie im Prins Christian Sund kann ich auch hier nur sagen: „Was für ein Wetter, was für ein schöner Tag! Ein Wahnsinn!“
Der Kapitän kündigt allerdings das nächste Tiefdruckgebiet an, er meint, die Mar ziehe die wohl magisch an. Er wird versuchen, es so weit wie irgend möglich zu umfahren. Mal schauen, ob das so klappt.

Reisebericht, Teil 13: Eine Seefahrt, die ist lustig …

…besonders, wenn das Geschirr durchs Restaurant fliegt und ich samt Stuhl umkippe.

(29.10., auf dem Weg nach St. John’s, Kanada) Der Kapitän hat gestern bereits das nächste Tiefdruckgebiet angekündigt. Im Schlaf registriere ich heftiges Geschaukel und der morgendliche Blick nach draußen zeigt eine sehr bewegte Welt. Die Wellen schlagen immer wieder heftig gegen den Rumpf, anschließend läuft ein Zittern und Knirschen durch das Schiff. Und schneien tut es auch noch, der ganze Balkon ist bedeckt. Das Wetter ändert sich schnell, der Wellengang jedoch nicht.
Nachdem uns im Bella Donna zu voll ist, gehen wir rauf ins East. (Für diejenigen, die es nicht kennen: das East Restaurant ist das oberste der drei Buffetrestaurants auf Deck 11, hinten im Heck. Dort machen sich Wellenbewegungen am stärksten bemerkbar.) Uwe hatte schon gepostet, dass das Geschirr im Restaurant durch die Gegend fliegt, aber da wusste ich noch nicht, dass er im East sitzt. Anfänglich geht auch alles gut, nur beim Laufen ist der Gleichgewichtssinn recht gefordert. Dann aber, ohne jede Vorwarnung, rutscht sämtliches Geschirr auf den Tischen auf eine Seite. Das passiert so blitzschnell, dass viele Gäste es nicht rechtzeitig festhalten können. Es scheppert und klirrt, an unserem Tisch ist zum Glück nichts passiert.
Beim nächsten Mal gelingt es uns so gerade noch, Teller, Tassen, Besteck usw. festzuhalten. In der offenen Restaurantküche scheppert und kracht es. Dort sind Rühreier, gebratener Speck usw. auf den Boden gekracht. Den Jungs ist offenbar nichts passiert, denn sie amüsieren sich noch beim Versuch, alles aufzuräumen. Ist ja schon eine kritische Sache, schließlich sind Pfannen und Töpfe kochend heiß. Wenn da einer was abbekommt….
Im Geiste sehen wir schon das vollbeladene Tablett des Kellners auf unseren Köpfen landen, was aber zum Glück nicht passiert. Dafür erwischt uns allerdings die nächste Attacke. Sämtliches Geschirr auf dem Tisch rutscht nach rechts, wir versuchen, alles zu halten. Blöd ist nur, dass es schnurstracks die Richtung wechselt und nach links abrauscht. Ich beuge mich also schnell nach links um die Kaffeekanne zu retten – und schwupps – schlagen Wellenbewegung und Schwerkraft zu und ich liege samt Stuhl auf dem Boden. Ich – und auch die anderen Gäste – sind total erschrocken. Um uns herum ertönt ein ohrenbetäubendes Krachen und Scheppern. Aus der Küche, aber auch von den ganzen Theken. Tassen und Teller sind aus den Regalen gefallen, der Boden ist voller Scherben.
Ich rappele mich wieder auf, jemand reicht mir netterweise eine Hand und zieht mich hoch. Verletzt habe ich mich zum Glück nicht und auch keine volle Kaffeetasse oder sonstwas ist auf mir gelandet. Nur hübsche, dicke blaue Flecken werde ich an Arm und Bein bekommen. Das ist nicht ungewöhnlich, denn die bekomme ich sehr schnell. Puh, alles nochmal gut gegangen.
Kurz darauf – wir sind wieder auf dem Weg in unsere Kabine – kommt die Durchsage des Kapitäns, man würde jetzt das East Restaurant schließen. Klar, denn die sind da oben überhaupt nicht mehr handlungsfähig und müssen erst mal alles wieder aufräumen. Hoffentlich hat sich in der Küche nicht noch irgendjemand verletzt.
Unsere Stabilisatoren sind am Limit, sagt der Kapitän und wir werden jetzt den Kurs ändern, um es ein wenig abzumildern. Morgen am frühen Nachmittag sollen wir in St. John’s sein. Wäre schön, wenn das trotz Umweg und langsamerer Fahrtgeschwindigkeit klappt.

Reisebericht, Teil 14: Eine Seefahrt, die bleibt weiterhin lustig …

…bei Windstärken bis 64 Knoten, Schaukelei und dem Ausfall von Zielen

(31.10., seit zwei Tagen auf dem Weg nach Halifax, Kanada) Ich habe kaum meinen Bericht Nr. 13 veröffentlicht, da kommt die nächste Durchsage des Kapitäns. Es ist leider nicht möglich, St. John’s anzulaufen. Wir sind weit hinter dem Zeitplan, denn der Sturm zwingt ihn, sehr langsam zu fahren. Ansonsten würden die schweren Wellen so stark gegen die Mar knallen, dass es unzumutbar für Passagiere, Crew und das Schiff wäre. Selbst wenn er jetzt versuchen würde, St. John’s anzufahren, wäre er noch nicht mal zu dem Zeitpunkt da, an dem wir dort eigentlich wieder auslaufen müssten. Also utopisch. Wir peilen daher direkt Halifax an. Dort sollen wir am 1.11. um 8 Uhr ankommen. So sagt zumindest der Plan.
Am Abend ist der Kapitän bei Willis Prime Time im Theatrium und zeigt eine eindrucksvolle Wetterkarte, bei der weite Gebiete knallrot sind – und wir mittendrin. Selbst wenn es sporadisch wieder ruhiger werden wird, wird uns der nächste Ausläufer schon wieder erwischen.
Der Seegang wird in der Nacht wieder stärker und am zweiten Tag auf dem Weg nach Halifax ist es zudem nebelig ohne Ende. Der Kapitän stuft das als sehr seltenes Ereignis ein – nicht den Nebel an sich, sondern die Paarung von so starkem Wind und Nebel. Normalerweise würde der Wind den Nebel auflösen. Auf der Brücke sehen sie teilweise kaum eine Meile weit, sagt er. Wir amüsieren uns daher im Brauhaus, hier gibt es an einigen Tagen Frühschoppen. Einmal bayerischer mit Weißwurst, ein anderes Mal amerikanischer mit Hot Dog. Danach könnte man nahtlos zum Mittagessen übergehen, anschließend aufs Kaffeetrinken mit Kuchen warten und dann zügig zum Abendessen schreiten. 😉 Immerhin fliegt kein Geschirr mehr durch die Gegend. Aber so ganz zu trauen ist der Sache nicht, wir sind immer in Hab Acht-Stellung. Vorsichtshalber werden auch keine Weingläser mehr ausgeteilt, wir bekommen den Wein in Wassergläsern. Kein Problem.
An Deck gehen macht keinen Sinn, also beschäftigen sich alle drinnen. Programm dafür gibt es genug. Auch in der zweiten Nacht tost draußen der Wind, irre hoher Wellengang, ein Blick auf die nautischen Informationen im Bordportal zeigen Windstärkte 64 an und wir fahren nur 8,5 Knoten. Au weia, hoffentlich klappt das mit Halifax! Wir warten auf die Durchsage des Kapitäns, müsste gleich kommen.
Da kommt sie, die Ansage. Nein, wir haben nicht klammheimlich einen Kurs nach New York eingeschlagen. Wir sind in der Tat auf dem Weg nach Halifax, sagt er. HURRAH! Wir schaffen momentan nur 13 Knoten, sollten aber eigentlich deutlich schneller fahren. Prognose ist, dass der Wind am Abend abnehmen soll. Wenn dem so ist, will er dann mit vier Maschinen laufen, so müsste die Ankunftszeit von 8 Uhr – eventuell mit geringer Abweichung – schaffbar sein. Momentan geht der Wind immer noch in Spitzen bis 60 Knoten. Wellenspitzen haben wir teilweise immer noch bis 10 Meter, überwiegend 6-8 Meter. In Halifax könnte es regnen, aber momentan ist jeder froh, dass wir überhaupt einlaufen können. Wunderbar, so können wir uns auf den morgigen Tag freuen!!!
Nachfolgend ein paar Eindrücke vom Bordleben:

Reisebericht, Teil 15: Ein blinder Passagier

…hat sich bei der Ocean Bar eingenistet

(31.10., auf dem Weg nach Halifax) Damit, dass ihm offenbar die Umgebung der Ocean Bar gut gefällt, ist er nicht allein, denn sie erfreut sich auch bei den Gästen größter Beliebtheit.
Heute Nachmittag sah ich ein Foto von unserem Gast in Facebook. Vielen Dank @Birgit Koch, dass ich es verwenden darf! Und heute abend hörte ich dann zufällig die Geschichte dazu. Es ist einfach zu nett und ich hoffe nicht, dass mir „die Geschichte vom toten Pferd verkauft wurde“. 😉
Unser Gast ist in Grönland zugestiegen. Besser „zugeflogen“, denn es ist ein Grönländischer Schneefalke oder Schneebussard, da war man sich nicht einig. Aber egal, was er ist, er ist wunderschön!!!
Die Besatzung hat wohl im Internet recherchiert und festgestellt, dass er keine langen Strecken übers Meer fliegen kann, daher begleitet er uns auf unseren Seetagen seit Grönland. Vermutlich wird er sich morgen davon machen, sobald Land in der Nähe ist. Darben musste er während der drei Tage nicht, gab es doch genügend Seeschwalben, die er jagen konnte und die er dann in der Umgebung der Ocean Bar verzehrt hat.
Wünschen wir ihm mal einen guten Start und ein schönes neues Leben in Kanada! Ich habe keine Ahnung, ob es dort seine Art auch gibt oder ob er der einzige Schneefalke, -bussard oder was auch immer sein wird. Das fände ich schade, denn es ist so ein wunderschönes Tier!

Reisebericht, Teil 16: Das schönste Fischerdorf am Atlantik

Ausflug zu Peggy’s Cove

(1.11., Halifax, Kanada) Endlich wieder Land unter den Füßen. Wobei „endlich“ nur drei Seetage waren. Bei Transreisen, die direkt über den Atlantik führen, sind es fünf oder sechs – was uns eindeutig zuviel wäre. Wobei man das auch relativieren muss, denn wenn das Wetter gut ist und man an Deck kann, ist es wieder eine ganz andere Sache. Wir haben die drei Tage über jedoch hübschen Wellengang gehabt, es ging sozusagen auf und ab.
Halifax begrüßt uns mit Dudelsack-Musik und tief hängenden Wolken, alles ist ziemlich grau und Regen ist angesagt. Aber egal, Hauptsache mal wieder was neues sehen. Und so geht es auch gleich nach dem Frühstück los zu unserem Ausflug. Wir fahren nach Peggy’s Cove, einem malerischen Fischerdorf mit Leuchtturm. Der Ablauf ist simpel: eine Stunde Busfahrt – 1 Stunde freier Aufenthalt in Peggy’s Cove – eine Stunde Busfahrt.
Ich hatte hier in Kanada darauf gehofft, noch die wundervolle Laubfärbung des Indian Summer sehen zu können. Unser Führer erklärt jedoch gleich zu Anfang, man habe einen sehr warmen Oktober gehabt und die Bäume hatten auch noch alle Blätter. Aber vor drei Tagen habe es einen unglaublich starken Sturm gegeben und der hat die meisten Blätter herunter geweht. Ach. Ein Sturm. Ich glaube, den haben wir auch kennengelernt. 😉
Wir fahren durch viel viel Wald, durchsetzt mit Seen. Große Areale sind hier Naturschutzgebiet. Es gäbe durchaus schöne Fotomotive, aber der Bus ist zu schnell, man müsste aussteigen können. Die kanadischen Holzhäuser in vielen Farben sind oftmals für Halloween dekoriert, das war ja gestern. Wurde auch auf der AIDA in der Anytime Bar mit entsprechender Deko und Party gefeiert.
In Peggy’s Cove haben wir doppelt Glück. Wir sind der zweite Bus und es regnet noch nicht. Während unseres Aufenthaltes trudelt ein weiterer Bus nach dem anderen ein und wenige Minuten bevor wir wieder aufbrechen müssen, setzt auch der Regen ein. Also mal wieder alles richtig gemacht. 😉
Peggy’s Cove gilt als der hübscheste Fischerhafen am Atlantik, sagt die Bordzeitung. Und ich auch (… kein Wunder, habe ja keinen anderen gesehen).
Zurück am Schiff regnet es beständig weiter. Zwar kein Vergleich mit Bergen, aber mein Mann möchte dennoch mit seiner Videokamera nicht raus. Ich denke mir, wenn ich schon mal hier bin, muss ich auch von Halifax noch etwas mehr sehen und raffe mich auf. Vom Schiff aus kann man an der wunderschönen Hafenpromenade entlang gehen. Auch hier gibt es sehr schöne Fotomotive, aber die Herausforderung lautet „…schöne Fotos bei Regen machen, Teil 2“. (Teil 1 hatten wir in Bergen)
An der Promenade ist auch das maritime Museum. Freunde von uns haben es besucht und waren sehr angetan. Sie meinten, wenn man gesehen habe, wie viele Wracks hier auf dem Meeresboden liegen, käme man schon ins Grübeln, ob man hier mit einem Schiff unterwegs sein sollte. 😉
Die größte Katastrophe, die sich hier abgespielt hat, war der Zusammenstoß zweier Frachtschiffe, 1917 glaube ich. Der eine war ein vollbeladener Munitionsfrachter. Die Explosion gilt als die größte von Menschen verursachte. 25.000 Einwohner waren danach obdachlos, es gab tausende Verletzte und Tote.
Von der Promenade aus gehe ich durch die Innenstadt. Inzwischen regnet es jedoch heftig und mein Mann, er ist doch noch nachgekommen, ist patschnass, da er neben der Kamera nicht auch noch einen Schirm handhaben kann. Die Kamera verbirgt er nach einem Einsatz immer schnell wieder unter der Jacke. Also schnell wieder zurück ins Schiff.
Im Nachhinein finde ich es überaus schade, dass wir in Kanada nicht mehr Zeit verbringen konnten. Sehr gern möchte ich einmal wiederkommen, den Indian Summer sehen und weitere Städte kennenlernen.

New York – wir kommen!

(2.11., Seetag vor New York) Gerade läuft die Info-Veranstaltung im Theatrium, wie das denn nun morgen mit der Einreise in New York funktionieren wird. Wir werden in Gruppen zu je 100 Personen eingeteilt – unser Buchstabe ist „J“, also so ziemlich in der Mitte.
Für viele Mitreisende ist die Fahrt ja in New York zu Ende. Wir haben jedoch drei Tage in dieser großartigen Stadt, in der ich noch niemals war und mein Mann vor 30 Jahren irgendwann. Danach beginnt unser zweiter Reiseabschnitt, der uns mit der Mar in die Karibik bringen wird.
Wir haben uns im Vorfeld immer wieder gefragt, wie es sein wird, eine sooooo lange Schiffsreise. Ob wir nicht irgendwann sagen, ach, jetzt wäre es schön, wieder zu Hause zu sein. Ganz klar: NEIN. Es war keinen Tag langweilig und dass bereits über zwei Wochen vergangen sind, ist kaum zu glauben. Ich dachte ja, ich könnte mal ab und an was lesen. Habe einen Kindle mit vielen Büchern mit. Gerade mal 10 Seiten habe ich geschafft, in den zwei Wochen. Heute wollen wir uns noch mit einigen aus unserer FB-Gruppe treffen und abends haben wir für vier Stunden mit Freunden die Wellness-Suite gebucht.
Und dann heißt es: bereit machen für den großen Tag. New York – wir kommen!!!! (Wetter soll wunderbar sein)

Reisebericht, Teil 17: Ich war noch niemals in New York …

..und die Einfahrt ist atemberaubend

(2.11., New York) Im Prins Christian Sund waren wir in einer schneebedeckten, glitzernden Traumwelt – in New York empfängt uns eine glitzernde Welt der Wolkenkratzer. Und zwar mit allerschönstem, strahlendem Wetter.
Lange schlafen ist nicht. Denn kurz nach 6 Uhr fahren wir unter einer Brücke durch und von hier aus sind es nur noch zwölf Kilometer bis Manhattan. Unsere Balkonkabine ist auf der Steuerbordseite, so haben wir einen fantastischen Blick – als ich aufstehe auf die aufgehende Sonne, die sich im „Melitta-Filter“ der AIDAmar spiegelt auf anschließend auf die Skyline Manhattans, die im Sonnenaufgang glänzt. Was für ein gigantischer Anblick! Zwischendrin fahre ich mal schnell auf Deck 12 hoch, komme genau richtig, um die Freiheitsstatue abzulichten – und finde auch ein freies Plätzchen, wo ich meine Kamera mal schnell in Position bringen kann. Denn die Passagiere stehen in beeindruckender Dichte an Deck.
Die Skyline ist atemberaubend, ich glaube, die Bilder sprechen für sich.
Das Anlegemanöver gestaltet sich nicht ganz einfach. Die Mar muss rückwärts in die enge Lücke zwischen den beiden Piers. Beim ersten Versuch drückt der Strom die AIDA weg, aber beim zweiten Mal klappt es, obwohl man von oben den Eindruck hat, als würden wiir mit der Ecke am Heck die Pier 88 daneben ankratzen. (Was für die Pier nicht schlimm gewesen wäre, die sieht nämlich ziemlich mitgenommen aus.) Gott sei Dank liegen wir am Pier 90, dessen Erhaltungszustand bei weitem besser scheint.
Jetzt wird es also ernst und wir werden uns selbst in die Häuserschluchten stürzen und New York erkunden. Vermutlich wird mein Standardsatz heute auch „…es ist ein Wahnsinn“ sein. Im Vorfeld habe ich mich lange mit möglichen Ausflügen, diversen New York Pässen und allem, was wir so sehen wollen beschäftigt. Was wir tatsächlich sehen können, wird aus Zeitgründen natürlich nur ein kleiner Ausschnitt dessen sein, was es eigentlich alles zu sehen gäbe. Etwas, das ein Kreuzfahrer können muss: selektieren. Man ist immer nur einen Tag irgendwo, wenn man Glück hat, mal zwei. Man muss also aus der Fülle der Möglichkeiten das auswählen, was einem am wichtigsten ist. Und darf dann nicht jammern, dass man doch auch gerne x und y gesehen hätte. 😉
Wir kommen mit unserem Buchstaben „J“ schätzungsweise um 11:30 Uhr vom Schiff herunter. Und dann geht es los Richtung Rockefeller Center, 5th Avenue, Central Park ….

Reisebericht, Teil 18: Erster Eindruck von New York

Der Hammer, was hier abgeht!

(2.11., Ankunftstag) Unser Gruppe mit Buchstabe „J“ wird um 11:30 Uhr aufgerufen, schnell sind wir draußen und im Terminal, nur um festzustellen, dass locker 1 ½ Gruppen vor uns auch noch dort Schlange stehen. Bis wir den Stempel im Pass haben und lossausen können, vergehen 45 Minuten.
Dass manches in New York anders funktioniert, merken wir gleich vor dem Terminal, wir liegen an der Pier 90. Die Hand auf der Fußgängerampel (bei manchen ist es auch ein Männchen) wird weiß und wir gehen los. 8-spurige Straße. Als wir am Mittelstreifen sind, schaltet sie um auf rot. Huch! Mein Mann bleibt stehen, ich gehe mit dem Pulk weiter. Was – wie wir anschließend erkennen – auch kein Problem ist, denn die Ampel hat einen Countdown. Neben dem Männchen wird heruntergezählt (was aber ziemlich flott geht) und erst wenn das abgelaufen ist, muss man drüben sein.
Wir laufen die 50zigste Straße entlang, wollen zum Rockefeller Center. Je näher wir kommen, desto quirliger wird es. Ich glaube, man kann Fernsehfilme und Reportagen gucken, so viele wie man lustig ist – man kann sich die Wirklichkeit nicht annähernd vorstellen. Die Menschen strömen in alle Richtungen, der Verkehr ist unglaublich. Wir sind erst mal erschlagen, wissen gar nicht, wohin wir zuerst gucken sollen.
Übrigens haben wir uns bewusst gegen Hop-On-Hop-Off oder einen Tagesausflug entschieden. Bei ersterem haben wir in anderen Städten die Erfahrung gemacht, dass wir ihn nicht ansatzweise ausreichend nutzen und was die Ausflüge anbelangt, so sind die immer so durchgetaktet, dass mein Mann nicht genügend Zeit zum Filmen hat. Das dauert ja nun deutlich länger als mal eben „knips … knips“ ein paar Aufnahmen zu machen.
Am Rockfeller Center bekommt man die Karten für einen bestimmten Zeitslot. In unserem Fall ist der in etwas über einer Stunde. Kein Problem denken wir, denn es gibt ja genug zu gucken in der Zeit. Unten auf der Rockefeller Plaza ist bereits die Eislaufbahn in Betrieb. Die öffnet immer Mitte Oktober. Kaum vorstellbar ist das Wetter, das wir jetzt, Anfang November, erwischt haben. Wir haben tagsüber 21 Grad, strahlende Sonne ohne ein einziges Wölkchen und auch Nachts kühlt es nur unwesentlich ab.
Als wir mit unseren Tickets den Eingang vom Rockefeller passieren, sind wir im Glauben, wir gehen rein und fahren nach oben. Weit gefehlt. Wir fahren nach oben, ja, aber nur wenige Etagen. Dort muss man durch eine Sicherheitsschleuse und findet sich dann in einem großen Wartebereich wieder, in dem das obligatorische Besucherfoto gemacht wird und irgendwelche Filme über das Rockefeller Center und dessen Bau gezeigt werden. Wobei kein Mensch zuguckt. Alle wollen eigentlich nur rein, aber das dauert. In die Aufzüge, zum Glück gibt es mehrere, passen jeweils 16 Personen. Insgesamt 45 Minuten benötigen wir, bis wir oben auf der Plattform ankommen. Aber das hat sich gelohnt, denn der Rundum-Blick ist höchst beeindruckend.
Als wir wieder unten sind, ist es inzwischen nach 15 Uhr. Wir gehen vom Rockefeller Center aus die 5th Avenue entlang, Richtung Central Park und dort auch noch am unteren Rand ein Stückchen durch. Gerne würde ich weiter reingehen, aber dazu fehlt uns schlicht die Zeit. New York ist wohl doch irgendwie weitläufiger als ich dachte. 😉 😉
Wir sind in Zeitdruck, denn wir haben für heute einen Abendausflug gebucht, „Lichter der Großstadt mit Aussichtsplattform des Empire State Building“. Und der startet um 18:45 Uhr. Vorher wollten wir uns eigentlich noch ein wenig ausruhen und was Essen sollten wir ja auch noch. Schnell Essen klappt, aber mit dem Ausruhen, das wird nichts mehr.
Um 17 Uhr sind wir zurück auf der Mar, völlig geschafft. Aber nix da, schlapp machen ist nicht, es geht ja heute noch weiter zum Abendausflug.
… Fortsetzung folgt.

Reisebericht, Teil 19: Die Stadt, die niemals schläft

(2.11., Abendlicher Ausflug) Beim Essen unterhalten wir uns über den bisherigen Tag.
Das Erste, das uns auffiel, sind die unglaublich vielen Uniformierten. Uniformen aller Art, Polizisten, Chauffeure, Türsteher (es gibt sogar eine Türsteher-Gewerkschaft) und die, die mit der Hand wedeln. 😉 Überall, wo Menschen irgendwie gelenkt, eingewiesen werden müssen, stehen die „Einweiser“. Damit waren wir gleich im Ankunftsterminal konfrontiert, dort wurden die Gäste heute früh von einer kompetenten Einweiserin mit super gestylten, langen Nägeln und präzisen Handbewegungen an den entsprechenden Schalter gewinkt. Auch im Rockefeller Center sowie Empire State Building werden wir so geleitet.
Eine weitere Auffälligkeit ist das Thema Essen, das würde man in Deutschland so nicht finden. Jeder zweite hat irgendwas zu trinken oder zu essen in der Hand. Die New Yorker sitzen in Heerscharen an jeder möglichen Stelle und essen. In Parks an kleinen Tischen, auf Bänken, Treppen, Einfassungen … einfach überall. Fastfood aus der Hand, aber auch Salate und Gerichte in Warmhalte-Verpackungen mit Messer und Gabel.
Es gibt Straßen/Ecken in New York, da glaubt man sich irgendwo in einer kleineren Stadt, während andere Gebiete mega-laut, hektisch und bevölkert sind. Neben Wolkenkratzern stehen dreistöckige, alte Häuschen oder malerische kleine Kirchen. Der Baugrund ist utopisch teuer, dabei leistet sich die Stadt dennoch Areale wie den Central Park.

Auf geht’s ins Lichtermeer

Das Abendessen fällt kurz aus, denn das erste Restaurant öffnet um 18 Uhr und um 18:30 Uhr müssen wir am Treffpunkt für den Ausflug NYC 18 sein (rückwirkend betrachtet sehr empfehlenswert!). Mir schien das die beste Möglichkeit, bei Nacht einiges von New York zu sehen. Mit dieser Ansicht bin ich nicht alleine, jede Menge Ausflugsbusse fahren diese Tour. Wir haben Glück, denn als wir zum Treffpunkt kommen, startet gerade die erste Gruppe und so sitzen wir gleich im ersten Bus.
Wir fahren als erstes nach Brooklyn, um von dort die Skyline Manhattans bei Nacht zu sehen. Unser Reiseführer lebt seit 32 Jahren hier und weiß sehr informativ über die Lebensbedingungen der New Yorker zu erzählen.
So gibt es lt. unserem Reiseführer momentan 60.000 Obdachlose in der Stadt. Sehr viele Arme natürlich auch. Auf der anderen Seite aber auch überaus viele Reiche, die sich die teuren Wohnungen/Lofts etc. leisten können.
Er erzählt auch, erst jetzt, nachdem er 14 Jahre lang in seinem 35qm Appartement lebt, habe er die Erlaubnis erhalten, die Miete zu überweisen. Es sei heute noch so, dass viele kein Bankkonto haben. Zahlungen – auch Gehalt – werden per persönlich überreichtem Scheck abgegolten. (…und das in einer Nation, die solche Wolkenkratzer baut! Das sind Gegensätze hier, unglaublich!)
Erster Halt ist in Brooklyn, in Fultons Ferry Landing am Fuß der Brooklyn Bridge. Wir bekommen eine halbe Stunde Zeit, um die Skyline zu fotografieren. Es ist ein mega-eindrucksvolles Lichtermeer. Praktischerweise hat das Geländer zwischendrin breite Pfosten mit einer schönen, geraden Auflagefläche für die Kamera. So laufe ich nicht so sehr Gefahr zu verwackeln.
Weiter geht es zum Empire State Building. Unser Reiseleiter hat uns das Ticket in die Hand gedrückt und uns 1 ½ Stunden Zeit gegeben.
Hier begegnen wir wieder der Zunft der Türsteher und der Einweiser. Die Taschen werden gescannt, sogar die Gürtel muss man ablegen. Danach müssen wir mehrere große – mit Absperrbändern unterteilte – Räume im engen Zick Zack-Slalom durchqueren. Kommt man zu einer mehr frequentierten Zeit, muss man hier offenbar elend lange warten.
Zu unserer Besuchszeit ist zum Glück nicht viel los (die Plattform ist bis 2 Uhr geöffnet), so können wir flott durchgehen. Im Zick Zack. Ich fühle mich wie Shrek mit seinem Esel (nein, meinen Mann meine ich nicht!!!!), die in der ersten Folge vor dem Schloss auch durch so eine Absperrung rennen müssen.
Mit dem ersten Aufzug fahren wir in die 80. Etage – hier ist auch der Souvenirshop – und mit dem zweiten dann nochmal 6 Etagen höher. Wie Gerrit Aust, unser Lektor, erzählt hatte (das sind jetzt seine Worte, er hat einen sehr netten Humor!) darf man mittlerweile nicht mehr runterspringen. Inzwischen ist das verboten. Es war wohl sehr beliebt, immer wieder gab es Springer, aber das wurde inzwischen durch ein hohes Drahtgitter unterbunden.
Der Blick ist atemberaubend. Ein einziges Lichtermeer unter uns.
Der nächste Stopp ist am Times Square. Hier schläft New York wohl wirklich nie. Der Bär steppt und wir fühlen uns irgendwie wie auf dem Oktoberfest, wenn es dort so richtig voll ist. Dabei ist es mittlerweile 23 Uhr. Die Leuchtreklamen sind riesig und erstrahlen alles taghell. Wir lassen das auf uns wirken und sind platt.
Mein Bewegungstracking sagt 25 Kilometer, vier davon hatte ich schon auf dem Schiff, bevor wir überhaupt losgegangen sind. Seit 12 Stunden sind wir mit geringfügigen Unterbrechungen unterwegs – wir sind jetzt schlichtweg tot. Es war ein unglaublicher, erster Tag in New York. Ich falle ins Bett … ***schnarch*** und weg.
Reisebericht, Teil 20: New York, die Stadt der Gegensätze

Von Wolkenkratzern und beschaulichen Parks

(3.11., 9/11, Battery Park, Grand Central Station, Bryant Park) Wir frühstücken mit Christine und Fritz, die leider heute wieder zurück fliegen müssen. Schade, schade, wir hatten eine schöne Zeit zusammen, hätten gerne auch den nächsten Reiseabschnitt mit ihnen verbracht. Auch die meisten unserer Facebook-Gruppe fliegen zurück, so ist großes Abschiednehmen angesagt. Immerhin bleiben 500 Gäste der AIDA weiterhin erhalten, so viele Langzeiturlauber sind hier an Bord. Etliche bleiben sogar noch viel länger wie wir.
Nun geht es aber los! Steht heute einiges auf dem Programm. Eigentlich wollten wir mit dem Wassertaxi fahren, nachdem uns aber andere Gäste erzählt haben, dass die Taxifahrt zur Südspitze Manhattans ca. 20 Dollar gekostet hat, ändern wir den Plan, denn das Wassertaxi für Zwei wäre deutlich teurer gekommen. Vor dem Terminal stehen Taxen, wir schnappen uns eines und fahren zum 9/11 Memorial.

9/11 und One WTC

Die Stelle, an der die beiden Türme standen, ist frei zugänglich. Für das Memorial selbst muss man Eintritt bezahlen. Die beiden Wasserbecken entsprechen den Grundrissen der Türme, in die Umrandung sind die Namen der Toten eingraviert. Es ist sehr bewegend, hier zu stehen. Ich muss das Wissen, was hier geschehen ist, ausblenden bzw. in den Hintergrund drängen, sonst würden mir die Tränen kommen.
Das Areal um 9/11 ist momentan eine große Baustelle. Ich habe keine Ahnung, was hier geplant ist und ja auch keine Internet-Anbindung, so dass ich das jetzt recherchieren könnte. Sieht jedenfalls alles ziemlich großartig aus.
Großartig ist natürlich auch der Blick aufs One WTC. Egal, aus welcher Perspektive. Wobei „großartig“ das Gebäude nicht ansatzweise trifft. Gigantisch, phantastisch, atemberaubend … und so weiter. 😉

Battery Park

Wir gehen Richtung Hudson, zum Battery Park. Das ist eine wunderschön gestaltete Parkanlage, die sich bis zur Südspitze zieht. Bei dem phantastischen Wetter spazieren wir bis zum Fährterminal und finden Fotomotive ohne Ende. Wir erleben hier an der Südspitze ein ganz anderes New York. Sehr liebenswert und viel viel ruhiger als in Midtown, wir haben eigentlich nicht das Gefühl, in einer Riesen-Stadt zu sein. Die Wohnungen am Battery Park sind utopisch teuer, 250 qm sollen 65 Millionen Dollar kosten. Kein Schreibfehler. Puh!

Grand Central Terminal

Unweit vom Bryant Park ist der größte Bahnhof der Welt. Das riesige Gebäude steht unter Denkmalschutz und war auch Schauplatz vieler Filme. Vor allem das Deckengewölbe auf dem Sternzeichen aufgemalt sind, ist sehenswert. An einer der großen Treppen sehe ich das Apple-Logo. Nanu, denke ich, sogar hier sind die mit ihrem Logo vertreten…. entdecke dann aber oben, dass Apple einen riesigen Shop auf der offenen Empore im Terminal betreibt. Wow!
In krassem Gegensatz dazu gibt es auch ihn noch – den Schuhputzer, der freundlich in die Kamera lächelt, mich fragt, woher ich komme und sich über den mit einem Lächeln verdienten Dollar freut.

Bryant Park

Den Bryant Park sahen wir gestern aus dem Bus heraus. Das hat uns so gut gefallen, dass wir nun ein Taxi nehmen und hinfahren. Eine Oase – und völlig gegensätzlich zum trubeligen New York! In München haben wir ein Festival, das nennt sich Tollwood. Eine Zeltstadt mit Ständen für Essen, Handgearbeitetes, Musikalische Events etc. Das findet aber nur zwei mal im Jahr statt. Der Bryant Park kommt mir vor wie das Tollwood – nur eben das ganze Jahr über und statt Zelten in kleinen Häuschen. Jetzt, vor Weihnachten, wird zusätzlich eine Weihnachtsstadt aufgebaut (war noch im Bau) und es gibt auch eine Eislaufbahn.
Inzwischen ist es Nachmittag, wir gehen nun Richtung Schiff. Kommen nochmal am Times Square vorbei. Auch bei Tag leuchten die Werbetafeln, aber das ist längst nicht so beeindruckend wie Nachts.
Plötzlich kommt auf der Straße ein berittener Polizist vorbei. Der Verkehr rauscht vor – hinter – und neben ihm vorbei. Welch ein Gegensatz!
Auf unserem Weg kommen wir auch bei Madame Tussauds vorbei. Ich ergreife die Gelegenheit, den davor stehenden Papst zu begrüßen und mein Mann führt vor, welche Figur man nach vier Wochen AIDA haben kann. 😉

Ausgesperrt auf der Mar

Zurück auf der Mar lässt sich unsere Kabinentür nicht öffnen. Weder mit meiner noch mit der Karte meines Mannes. Mist. Und wir sind so geschafft, wollen nichts wie Schuhe ausziehen und sitzen. Ich habe inzwischen schon locker die sechste Karte, da sie sich dauernd entladen hat. Die ersten beiden Male wegen meinem iPhone, die anderen wegen meiner Winterjacke. Die hat magnetische Verschlüsse, das verträgt die Karte auch nicht. Aber jetzt geht ja auch die Karte meines Mannes nicht. Das Enddatum der Reise kann es nicht sein, denn wir haben schon vor Tagen neue Karten bekommen, die bis zum 17.11. gehen. Also wieder zur Rezeption. „Ach ja, wann haben Sie die bekommen? Vor ein paar Tagen? Da gab es irgendeinen Systemfehler, die sind wahrscheinlich nicht richtig programmiert.“ Mal gucken, wie lange die jetzt halten, die Winterjacke brauche ich ja nicht mehr, also eine Gefahrenquelle weniger. Dafür hat sich inzwischen bei der Getränkekarte meines Mannes der Strichcode abgerubbelt. Also auch die neu holen …
Morgen ist der erste Tag unserer „neuen“ Reise. Wir freuen uns schon auf den gebuchten Hubschrauberrundflug.
Reisebericht, Teil 21: New York aus der Vogelperspektive

Eine Runde mit dem Hubschrauber

05.11., Hubschrauberrundflug und Abschied von NY) Ach wie schade! Gerade heute! Es ist wolkig, was kein Problem wäre, aber leider ist es auch diesig ohne Ende – und das ist ein Problem. Jedenfalls für Fotos, denn Grau in Grau kommt nicht gut. Da ist anschließende Bildbearbeitung gefragt. Na ja, noch ist es früh, vielleicht lichtet es sich ja noch.
Um 10 Uhr ist Treffpunkt, mit einem kleinen Bus fahren wir zur Südspitze, dort ist die Helikopter-Station. Huch! Plötzlich kracht und knirscht es während der Fahrt rechts neben mir. Wir sind mit einem Taxi „zusammen gerumpelt“. Die Halterung unseres Außenspiegels ist mit seinem Außenspiegel aneinander geraten und hat die Rückseite seines Spiegels heftig demoliert. Ich denke mir, oh je, jetzt halten wir an und es gibt endlose Diskussionen darüber, wer Schuld ist, wer das bezahlt usw. Aber nein, weit gefehlt. Unser Fahrer ruft dem Taxifahrer an der Ampel durchs offene Fenster zu „Du warst auf meiner Spur!!!“ Es gibt einen kleinen, kurzen Disput – und gut ist’s. Beide fahren einfach weiter. In Deutschland wäre man stehengeblieben (ok, Problem, es war mitten auf einer vierspurigen Straße) und hätte mindestens die Versicherungsnummern ausgetauscht.
An der Helikopter-Station werden wir in Gruppen zu sechs Personen eingeteilt, bekommen eine kleine, aufblasbare Schwimmweste umgeschnallt und nach kurzer Wartezeit und einem Sicherheitsfilm geht es los. Zunächst werden wir paarweise vor dem Hubschrauber fotografiert. Sechs Personen passen in den Hubschrauber und die Einteilung, wer wo sitzen muss, erfolgt anhand des Gewichts, das wir vorher angeben mussten. Ich habe Glück und sitze direkt am Fenster. Es gibt nur eine Dreier-Reihe, derjenige, der den Mittelplatz bekommt, hat es etwas schwer mit fotografieren.
Wie eine Feder hebt sich der Helikopter in die Lüfte. Wir waren schon bei unserem ersten Flug in Kapstadt erstaunt, wie sanft und leicht so ein Abflug ist. Wir fliegen an der Freiheitsstatue vorbei, sehen die ganze Skyline von Manhattan und natürlich auch die AIDA. Toll. Hätten wir nicht die beiden Tage gestern und vorgestern bei strahlend blauem Himmel gehabt, wären wir ein wenig traurig, dass es so neblig ist und stellenweise auch nieselt. Aber so erleben wir New York halt auch einmal von einer anderen Seite. Ist eh nicht zu ändern. Da muss ich dann die Bildbearbeitung etwas bemühen.

Abschied von New York

Der Zeitplan heute Nachmittag ist mal wieder irgendwie durchgetaktet. An Bord soll man schon um 16:15 Uhr sein, um 16:30 ist lt. Tagesprogramm Seenotrettungsübung. Die dürfen wir auf dieser Reise zum zweiten Mal mitmachen. Wir stehen parat, die Gäste sammeln sich, aber es gibt keinen Alert, niemand von der Crew zu sehen. Einige Minuten später meldet sich der Kapitän. Es fehlen noch vier Ausflugsbusse, daher alles etwas verspätet. Nun gut, schreibe ich derweil am Bericht.
Kurz nach der Rettungsübung laufen wir dann auch schon aus. Es nieselt leicht, aber der Nebel hat sich verzogen, nur die Wolken hängen noch tief. Wie wir feststellen, ergibt das eine ganz tolle Stimmung. Die Wolken hängen so tief, dass sie den oberen Teil der Wolkenkratzer verdecken. Aber sie reflektieren deren Licht, was absolut unglaublich aussieht.
Bei der Welcome Show ist es noch relativ warm und der Regen hat aufgehört. Wir erleben eine tolle Lasershow und eine mitreißende Begrüßung. Das Showensemble punktet mit einer Modern Talking Show. Ein wunderbarer Beginn unseres zweiten Reiseteils. Wir sind inzwischen tiefenentspannt und können uns überhaupt nicht vorstellen, irgendwo anders zu sein. Geschweige denn zu Hause.
Bei den kommenden Zielen haben wir jede Menge Ausflüge gebucht, es wird also viel zu sehen geben.
Reisebericht, Teil 23: Unverhofft auf Safari

Charleston wartet mit Überraschungen auf

(9.11., Charleston) Die Wetter-App hat es vorhergesagt – mega-sch… Wetter in Charleston. Das besonders ärgerliche daran ist, dass es sämtliche Tage vorher und alle nachher schön ist. Nur heute nicht.
Die App hat Recht. Beim morgendlichen Blick aus dem Fenster möchte man sich mit Grausen abwenden. Es schüttet wie die Sau (kann man nicht anders sagen), der Balkon steht unter Wasser, die Wolken hängen tief und es ist neblig. Vom benachbarten Dach an der Anlegestelle stürzen Wasserfälle herab. Was will man mehr. 😉
Nach dem Frühstück drücken wir uns in der AIDA Bar herum und lesen. Dann, so gegen 10:30 Uhr, ein Lichtblick! Es hat aufgeklart, tatsächlich kein Regen – also nichts wie raus und eine Runde drehen, damit wir auch etwas von der Stadt sehen.
Am Morgen flog ein Pelikan an der Kabine vorbei und jetzt erwarte ich schon, dass der fotogen vor dem Schiff sitzt. In der Tat, da ist er, mit ein paar Kumpels. Wie schön!
Wir laufen zum teuersten Wohngebiet von Charleston, dort steht eine prächtige Villa neben der anderen. Auf dem Rückweg durch die Stadt schüttet es wieder was das Zeug hält, meine Hose ist unten herum mal wieder patschnass. Aber egal.

Magnolia Plantage

Am Nachmittag haben wir den Ausflug CHA05 gebucht. Auch hier Glück gehabt, der hätte nämlich eigentlich vormittags stattfinden sollen, wurde aber schon einige Wochen vor Reiseantritt von AIDA auf den Nachmittag verschoben. Sonst hätten wir ihn im strömenden Regen antreten müssen. So aber hoffen wir, dass sich die Regenpause hält.
In der Ausflugsbeschreibung steht „…verträumte Magnolia Plantage mit üppigen Gärten und Seerosenteichen. …Fahrt mit dem Minizug durch weitläufige Sümpfe …“. Da wir Gärten und Natur lieben, schien mir das der richtige Ausflug für uns. Wir haben eine sehr gute, deutsche Reiseleiterin, die Fahrt zur Plantage dauert ca. 45 Minuten. Schon auf der Strecke vom Eingangstor bis zum Plantagenhaus bekommen wir den Eindruck, dass das Areal sehr groß ist. Auf dieser Plantage wurde früher Reis angebaut.

Jede Menge Pfauen gibt es hier auch
Die Gruppe geht zu einer Führung ins Haus, wir aber entscheiden uns, lieber eine Fotorunde im Garten zu drehen. So alte Hauseinrichtungen haben wir schon häufig gesehen, es interessiert uns nicht so sehr. Zudem darf man darin nicht fotografieren. Der „Garten“ ist eigentlich mehr ein naturbelassenes Areal mit vielen, verträumten Wegen. Es gibt auch viele Sträucher und zu anderen Jahreszeiten blüht es hier sicher an allen Ecken und Enden. Der damalige Eigentümer hat diesen riesigen Garten für seine Frau anlegen lassen, die South Carolina nicht mochte. Die Führerin erzählte, dass auf der Plantage 20 festangestellte Gärtner arbeiten und 100 ehrenamtliche. Wir sind recht beeindruckt, einen so verwunschenen Garten haben wir nicht erwartet.

Plötzlich auf Safari

Nun steht der kleine Minizug bereit, die Fahrt dauert fast eine Stunde. Die abwechslungsreichen Landschaften sind unbeschreiblich, das Areal absolut riesig. Vereint halten die Gäste Ausschau nach Krokodilen und diversen Reiherarten. Leider mögen Krokodile Regen auch nicht und tauchen daher ab. Aber die eine oder andere Nase sehen wir aus dem Wasser ragen und auch verschiedene weiße Reihe sowie Graureiher werden gesichtet. Leider für meine Kamera etwas zu weit weg.
Ich fühle mich wie in Afrika auf Safari, wo jeder immer nach links und rechts ins Unterholz späht, um irgendein Tier zu entdecken. Unglaublich hier, ich bin von diesem Ausflug völlig überrascht. Es ist absolut toll! Dass es inzwischen nicht nur regnet, sondern auch neblig ist, erhöht bei manchen Szenerien den Reiz noch.
Um 18 Uhr kehren wir von unserem Ausflug zurück. Es war so ein toller Nachmittag!

Showtime

Bei der abendlichen Show wird „Sissi – die wilde Kaiserin“ gegeben. Eine Persiflage, deren Humor nicht so unser Ding ist. Schon der gelegentliche Blick in einen der Monitore, auf denen es übertragen wird, ist erschreckend.
Apropos Showtime: nun kommen natürlich für uns die Wiederholungen, sofern es nicht neue Gastkünstler sind. Da stellt man dann auch fest, dass die lockere, lustige und spontan wirkende Begrüßungsansprache vom Kapitän sich zu 95% Wort für Wort mit der schon einmal gehörten deckt…
Da uns das Schicksal von Sissi kalt lässt, verziehen wir uns in die AIDA Bar, hier ist Happy Hour, die leider dazu führt, dass ich in relativ kurzer Zeit mehrere Drinks intus habe. HICKS! So ist das Leben auf einem Schiff. Während ich das schreibe, steht schon wieder ein Bier neben mir. Weil wir im Brauhaus sitzen.
Morgen werden wir in Port Canaveral sein und wir werden uns wieder mal die Füße platt laufen. Im Space Center waren wir in früheren Jahren schon einmal, uns zieht es zur Micky Mouse, wir werden also – vermutlich gemeinsam mit den 15 Kindern, die auf dieser Reise an Bord sind – zum Magic Kingdom fahren. Die Universal Studios hatten auch zur Wahl gestanden, aber wir mögen es gerne bunt und wir hatten vor etlichen Jahren mal eine wunderschöne Zeit zusammen im Disney World in Paris. Das wollen wir morgen im amerikanischen Original gerne wiederholen.
Reisebericht 24: Und plötzlich ist es Weihnachten

Cape Canaveral: Wir besuchen Mickey Mouse im Magic Kingdom

(11.11., Cape Canaveral) Blauer Himmel in der Früh. Krächzende Gäste versammeln sich hoch oben im Heck.
Wir freuen uns auf den Tag, wollen wir doch Mickey Mouse bsuchen. Unser 10-stündiger Ausflug zum Magic Kingdom startet mächtig früh. Um 7:15 Uhr ist Treffpunkt, die Busfahrt dauert eine gute Stunde. Das Magic Kingdom öffnet um 9 Uhr früh und kurz danach sind wir auch schon da. Vom Busparkplatz aus kann man entweder mit dem Monorail, einer einspurigen Hightech-Bahn oder einer Fähre zum Haupteingang übersetzen. Der Führer empfiehlt die Fähre, da passen immerhin 700 Personen darauf.
Wie wir erfahren, wird just heute im Magic Kingdom der Weihnachtsfilm gedreht. Dieser wird am 25.12. im Fernsehen in USA ausgestrahlt, kaufen kann man ihn nicht. Für die Dreharbeiten ist im Park alles weihnachtlich geschmückt und aus den Lautsprechern erschallt Weihnachtsmusik. Ein Wahnsinn.
Um 16 Uhr müssen wir am Busparkplatz zurück sein, da das Übersetzen mit der Fähre, Wartezeiten etc. locker 30-45 Minuten dauert, haben wir insgesamt ca. 6 Stunden im Park.
Wir waren ja vor Jahren im Disney World in Paris, haben aber nicht ansatzweise so viele Besucher dort gehabt wie hier. Der Laden brummt, könnte man salopp sagen. Nie im Leben habe ich so viele Kinderbuggys auf einem Haufen gesehen. Und – man muss es leider sagen – auch nie so viele Leute, denen man ansieht, dass in Amerika Burger, Pommes, in Fett gebratenes etc. beliebt sind.
Aber lassen wir nun Bilder sprechen, die sagen in diesem Fall eh’ alles. 😉

Wo bei uns Spatzen auf Brotkrumen warten, sind es hier Ibisse

It’s a small small world – überaus liebevoll gemacht. Stellt alle Kontinente dar

It’s a small small world

It’s a small small world

It’s a small small world

Man beachte Alter, Ohrringe, Kleidung und Kopfschmuck …

Buggy-Parkplatz
Reisebericht, Teil 25: Miami – Wo die Reichen wohnen

Und wir begrüßen unsere „kleine Schwester“, die AIDAvita!

(12.11., Miami) Als ich kurz nach 6 Uhr wach werde, ist schon die Skyline von Miami im Licht der aufgehenden Sonne zu sehen. Oha, schnell, schnell, fertig machen. Die Einfahrt soll sehr schön sein, ich möchte das nicht verpassen. Da bewährt sich eine Balkonkabine immer.
Als ich den Fernseher mit dem Kanal der Bugcam einschalte, entdecke ich jedoch, dass sich die eigentliche Skyline links vor uns befindet. Und „Sie“ ist auch da, ich hatte vor der Reise schon gelesen, dass wir die AIDAvita treffen werden. Gestern, in Port Canaveral, fuhr sie leider schon vor uns weg. Aber jetzt sieht es danach aus, dass wir an ihr vorbeifahren werden. Also schnell auf Deck 12, nach vorne in den Bug. Nur wenige Gäste haben sich so früh hier eingefunden, ich bekomme problemlos einen Platz ganz vorne hinter den Glasscheiben. Durch Glas hindurch fotografieren möchte ich nicht, muss ich aber auch nicht, denn ich bin so groß, dass ich die Kamera hoch über die Glasscheiben halten kann.
Als wir auf Höhe der Vita sind, pustet der Typhon mir fast die Ohren weg. Der Kapitän grüßt das Schwesterschiff mit einem laaaaaangen und drei kurzen Tönen. Die Vita antwortet. Einige Gäste stehen auch dort an Deck und Winken. Ein sehr schöner Auftakt für Miami.
Gestern hat mein Mann wieder die Wetter-App bemüht und mit Schrecken festgestellt, dass es den ganzen Tag in Miami regnen soll wie blöd. Du meine Güte! Nicht schon wieder! Dann entdeckten wir jedoch zu unserer Erleichterung, dass ja zwischen Port Canaveral und Miami gar kein Seetag liegt. Denn regnen soll es morgen. Hurra. Mal wieder Glück gehabt!
Wir haben einen Halbtagesausflug gebucht, der soll gleich nach dem Anlegen starten. Eine längere Stadtrundfahrt sowie eine Fahrt mit dem Boot, um zu sehen, wie die Reichen hier so leben. In den Everglades waren wir beide schon mal, aber mein Mann kennt Miami nicht, daher haben wir diesen Ausflug gewählt. Zudem lässt er uns die andere Hälfte des Tages Zeit für eigene Unternehmungen.
Das „Boot“ erweist sich als großes Schiff, da passen ca. 200-250 Personen darauf. Von den Villen, an denen wir vorbeifahren, ist eine schöner wie die andere. Ich hätte Schwierigkeiten, wenn ich mich für einen Stil entscheiden müsste. Allerdings werde ich wohl nicht in die Verlegenheit kommen. 😉
Die anschließende Busrundfahrt führt zum Miami Beach, nach Coconut Grove sowie Coral Gables und Little Havanna. Irrsinnig weitläufig die Stadt, die Reiseleiterin betont mehrfach, dass man ohne Auto hier nichts machen könne. Tolle Wohngegenden, wir sind beeindruckt. In Coral Gables stehen auch super schöne Anwesen.

Sie nennen sie “Spaghetti-Straßen”, unschwer zu erkennen, warum
Wir – und einige andere Gäste – lassen uns am Bayside Market Center absetzen. Hier Essen wir zu Mittag und bummeln eine Weile herum. Im Bayside Market Center sind 150 Geschäfte und viele Restaurants. Letztlich entspricht es allen möglichen anderen Einkaufspassagen, sei es in Teneriffa oder auch in der Türkei. Da gehen wir immer gerne durch und gucken, aber wie andere Gäste das immer machen, mit vollen Taschen vom Shopping zurückzukommen, ist uns ein Rätsel. Uns fehlt irgendwie das Shopper-Gen. Dafür habe ich aber das „ich kaufe im Internet-Gen“. 😉
Nun sind wir gespannt, ob die Vita heute vor uns ausläuft. Sollte das der Fall sein, muss sie an uns vorbei und es gibt dann sicher auf beiden Seiten großes Gejohle.

Die letzten Tage brechen an

Übermorgen werden wir in Grand Turk sein, danach kommt Ochos Rios in Jamaica und dann La Romana. Dort ist für uns leider die Reise zu Ende. Bei allen drei Zielen werden wir die karibischen Strände genießen und die Seetage dazwischen die Sonne an Deck. Ich werde die Tage in vollen Zügen genießen, schließlich wartet zu Hause mehr oder weniger der Winter. Daher bin ich nicht sicher, ob ich noch die Zeit für karibische Strandberichte haben werde. Wenn nicht, dann fasse ich das zusammen, wenn ich wieder zu Hause bin. Oder in der Lounge auf den Flug warte. 😉
Ahoi! Die letzten Tage brechen an. ***schnief*** …. Ich will nicht weg hier ….
Reisebericht, Teil 26: Karibische Insel für die AIDAmar allein

Heute das einzige Schiff in Grand Turk

(14.11., Grand Turk, Turks and Caicos Inseln) OK, OK, wir teilen die Insel natürlich mit den Zweitausend-und-x Passagieren sowie Crewmitgliedern. Aber der Kapitän verkündete gestern schon in seiner Durchsage, dass die AIDAmar das einzige Schiff an diesem Tag sein wird. Prima! Wir können sie somit in all ihrer Pracht im türkisblauen Meer fotografieren.
Der gestrige Abend war überschattet von den Ereignissen in Paris, es ist ganz grauenvoll, was dort passiert ist. Das Entertainmentprogramm auf der Mar wurde daraufhin geändert. Schrecklich zu wissen, welch furchtbare Dinge dort passiert sind, kaum vorstellbar welches Leid über die Betroffenen und Familien gebracht wurde – während wir unseren Urlaub genießen….
Ich dachte ja, ich würde vielleicht keine Zeit mehr finden, weiterzuschreiben. Aber es ist gut heiß, wir haben 30 Grad und die Sonne brutzelt herunter. Wenn ich nicht aussehen will wie ein gegrillter Hummer, muss ich ab und an mal in den Schatten. Da kann ich dann auch ein paar Worte schreiben. In Grand Turk sind wir außerdem leider nur einen halben Tag, legen um 14 Uhr wieder ab.
Die Turks and Caicos Inseln gehören geographisch zu den Bahamas, sind aber die am weitesten südöstlich gelegenen Inseln. Über 800 Inseln gehören dazu – und sie sind Britisch, mit Königin Elisabeth II. als Staatsoberhaupt! Obwohl die Inseln britische Kronkolonie sind, ist die Landeswährung der US-Dollar. Die Hauptstadt heißt Cockburn Town (brennender Hahn, hi hi) Eine gute Frage für Günter Jauch, …wie heißt die Hauptstadt von Grand Turk … Grand was? … Wo? … nie gehört … Bitte einen Kreuzfahrer als Joker!
Unser Lektor erzählt, dass das Archipel so gut wie unbekannt war, bis 1962 der Astronaut John Glenn nach dreimaliger Erdumkreisung in seiner Raumkapsel vor der Insel landete.
Für ein paar Stunden „brummt“ es am Strand, danach kehrt der Dornröschenschlaf bei den 7.800 Einwohnern von Grand Turk wieder ein – bis zum nächsten Schiff, bzw. den nächsten zwei Schiffen. Das Meer fällt hier sehr schnell sehr steil ab, so können große Schiffe problemlos anlanden. Das hat man sich offenbar zunutze gemacht und flugs die Pier für zwei Ozeanriesen und ein kleines Zentrum mit schönen Geschäften errichtet. Prima Einnahmequelle, wenn man so weit vom Schuss ist.
Der Kapitän amüsiert sich in seiner Ansprache ein wenig über die amtlichen Regularien. Anscheinend zahlt man Gebühren für einen Lotsen, aber in den vergangenen Jahren wurde keiner gesichtet. Man braucht laut Kapitän auch keinen, er kann problemlos mit dem Bug voran an der Pier festmachen. Andersherum ist nicht, denn die Strömung der Heckschrauben könnte die Riffe zerstören. Das Wasser ist türkisfarben und kristallklar, man kann unter Wasser bis 60 Meter weit sehen!
Um 8 Uhr machen wir fest und werden an der Pier mit lauter, schwungvoller Reggae-Musik empfangen. Man hat offenbar schnell gelernt, wie man Geld verdienen kann, denn der Zugang zu dem kleinen Areal mit Geschäften und einer riesigen Pool-Landschaft führt durch einen großen Duty Free Shop. Es gibt keinen anderen Weg. Dafür sind die Liegestühle am Strand und auch innerhalb des Pool-Areals alle kostenlos.
Es ist einfach toll, in diesem klaren Wasser zu schwimmen, mit direktem, unverstellten Blick auf die AIDA. Schöner wie hier kann man sie kaum fotografieren.
Nachdem das Mini-Bähnchen, mit dem man eine kleine Rundfahrt machen kann, leider ausgebucht ist, wandern wir ein wenig am Strand entlang, trinken ein Bierchen, schwimmen und schwupps, ist die Zeit um. Um 13:30 Uhr müssen alle wieder an Bord sein.
Beim Auslaufen stehe ich wieder am Bug, das Schiffshorn dröhnt, Sail Away Sail Away erklingt und ich blicke zurück auf die Insel mit ihren nun leeren Liegestuhlreihen. Schön war’s!
An Bord ist jetzt „Minions“-Nachmittag. An Deck sind diverse Spiele vorbereitet, man kann lernen, aus Handtüchern einen Minion zu basteln, es gibt verschiedene leckere Kleinigkeiten zu Essen. Heute Abend wird dann am Pooldeck ein Minion-Animationsfilm gezeigt.
Wir dampfen nun mit 17 Knoten Richtung Jamaica, wo wir morgen um 13 Uhr in Ochos Rios festmachen werden.
Reisebericht, Teil 27: Wind und Wellen auf Jamaica

… No problem

(15.11., Ochos Rios, Jamaica) Der Sonnenuntergang am Vorabend ist prächtig. Die Gäste stehen mit gezückten Kameras auf ihren Balkonen oder an Deck, denn der Kapitän hatte durchgesagt, dass eventuell heute die Chance darauf besteht, direkt in dem Moment, wo die Sonne versinkt, den sagenhaften „grünen Flash“ zu sehen. Ein kurzer Augenblick, in dem am Horizont ein grünes Licht aufstrahlt. Das könne man nur bei freier Sicht und wolkenlosem Horizont sehen. Aber es sei auch vielen Kollegen noch nicht gelungen, es zu erblicken. Während ich so schaue frage ich mich, ob der grüne Flash nicht eine Erfindung des Kapitäns ist? (Habe noch nie davon gehört) Der Kapitän steht vielleicht oben in seinem Kommandostand und amüsiert sich, dass die Gäste alle auf ihren Balkonen lauern und hoffen, einen grünen Blitz zu sehen. 😉 Gesehen haben wir nichts – außer dem tollen Sonnenuntergang natürlich.
Es ist eine karibisch warme Nacht, ein Lüftchen weht und die Gäste tummeln sich an Deck. Viele schauen sich den Animationsfilm der Minions an, während wir lieber an der Ocean Bar sitzen.
Jamaica ist eine unglaublich grüne Insel, die Pflanzenwelt scheint nahezu explodiert. So habe ich es in Erinnerung, denn wir waren auf unserer allerersten Kreuzfahrt in der Karibik und auch auf Jamaica. Mit der alten AIDAblu, Kapitän war damals Dr. Hoppert. Viele AIDA-Fans haben das Schiff in liebevoller Erinnerung. Wir lagen damals auch in Ochos Rios, an einem alten, aufgegebenen und offenbar seit vielen Jahren vor sich hin rostenden Bauxitwerk. Als ich damals nach draußen schaute, ragte vor unserem Fenster ein ramponiertes, zerfressenes Förderband empor und ich hatte den Eindruck, es könnte seine Ladung – so es eine hätte – gleich bei uns auf den Balkon kippen. Die ganze Anlage war so schäbig und hässlich, dass ich nur ein zwei Fotos gemacht habe (was mir hinterher leid tat). Nachholen kann ich das aber dieses Mal nicht, die – inzwischen „Bond-Pier“ genannte – Pier existiert zwar noch und wird auch noch benutzt, aber es existieren nur noch Teile des Werks. Es war Filmkulisse bei einem James Bond-Film und bis auf zwei Kräne sind die anderen Teile der Förderanlage bei den Dreharbeiten in die Luft geflogen bzw. anschließend eingestürzt. Nun ist es – zumindest von weitem gesehen – lange nicht mehr so hässlich. Schade eigentlich. 😉 Dieses Mal liegen wir an einer neuen Pier, direkt nebenan.

Im Hintergrund der “James Bond-Pier” mit dem Rest des Bauxit-Werkes
Da wir bei dieser ersten Karibik-Kreuzfahrt schon bei den Dunn River Falls waren, eine Floßfahrt mitgemacht haben und auf einer Kokosnussplantage sowie in einem Schmetterlingsgarten waren, ist diesmal karibischer Traumstrand angesagt. Ganztagesausflüge gibt es sowieso nicht, wir legen erst um 13 Uhr an.
Der Ausflug OCH30 bringt uns zur Mammee Bay. Beim Anlegen sagt der Kapitän was von relativ viel Wind und verstärkten Leinen an der Pier, damit wir nicht weggedrückt werden. Dabei haben wir vom Wind bisher gar nicht so viel gemerkt. Das soll sich gleich ändern, die Fahrt zur Mammee Bay dauert ca. 15 Minuten und als wir ankommen, pfeift dort der Wind recht ordentlich. Das führt zu schönen Wellen, aber leider auch dazu, dass die Handtücher die Tendenz zum Wegfliegen haben. Aber „no problem“, das ist die Lebenseinstellung hier. Das Wasser ist badewannen-warm, 30 Grad, was auch der Lufttemperatur entspricht.
Der Strandabschnitt, in den wir da gebracht wurden (wir sind recht viele Gäste), befindet sich neben einem RIU-Hotel und scheint privat zu sein, jedenfalls ist er bewacht und die Busse werden bei der Einfahrt registriert. Ehrlich gesagt, sind wir von diesem Ausflug nicht so wahnsinnig angetan, was aber zu einem hohen Maße dem starken Wind geschuldet ist.

Und immer wieder lustig, wie kreativ man bei der Kennzeichnung der Örtlichkeiten für Männlein und Weiblein sein kann! 😉
Morgen ist unser letzter Seetag, irgendwann werden wir auch Koffer packen müssen, die Abreiseinformation mit allen Regularien ist gerade gekommen.
Schade, schade. Irgendwie geht immer alles so schnell vorbei. Eigentlich ist mir, als wäre ich erst vor kurzem an Bord gekommen ….
Reisebericht, Teil 28: Zum Abschied am Traumstrand

So muss ein Abreisetag sein!

(17.11., La Romana) Im Vorfeld habe ich mich ja etwas gesorgt, ob alles wohl zeitlich so klappen würde. Koffer einchecken zwischen 8 und 9 Uhr, um 9 Uhr Zugang zur Tageskabine holen und danach gleich zum Ausflugsstart. Aber alles läuft wie am Schnürchen.
Alle Gäste mit AIDA-Flügen checken bereits hier am Pier ein und nicht am Flughafen. Das ist ein MUSS. Am Flughafen einchecken können (müssen) nur Individualreisende. Der Ablauf ist gut organisiert, für die Flüge mit Condor und Air Berlin gibt es bestimmte Zeitslots, in denen man persönlich einchecken und die Koffer mitbringen muss. Gäste mit AIDA-Ausflug haben gleich den ersten Zeitslot und wir haben zudem noch Glück und sind am Ausgang gleich vorne in der Warteschlange. Der Check-In ist „lustig“, denn die haben bereits alle Bordkarten etc. ausgedruckt mitgebracht und die Koffer werden auf zwei Waagen in der Hallenmitte gewogen. Wir haben drei Koffer mit zusammen 58 Kilo, 60 dürfen wir. Wunderbar, denn die in La Romana, die sollen das mit dem Übergepäck sehr genau nehmen und das würde dann teuer. Das Gewicht schreibt der Mitarbeiter von Hand!!! auf das Ticket. Irgendwas mit elektronischer Datenverarbeitung ist nicht. Die Koffer kommen auch nicht auf irgendein Band, sondern werden gleich von Gepäckträgern davon geschleppt.

Die Gäste auf Isla Catalina werden erwartet
Da unser Flug erst gegen 21 Uhr geht, hatte ich mich schon im Vorfeld um eine Tageskabine gekümmert. Schließlich möchten wir unser Handgepäck mit allen Wertsachen und die dicken Winterjacken (die passen beim besten Willen nicht in die Koffer) nicht an den Strand mitschleppen. Allerdings ließ sich die Tageskabine über das MyAIDA Portal nicht buchen. Also hat mein Reisebüro versucht, das klarzumachen. Nach etlichen Mails hin und her kam dann eine Bestätigung von AIDA per Mail, man habe eine Tageskabine für uns reserviert und ich solle gleich nach der Ankunft zur Rezeption gehen und sie bestätigen. Gesagt getan. Aber die Mitarbeiterin hier an der Rezeption meinte, hmmm, ja, aber sie wüssten jetzt (das war in Warnemünde) noch gar nicht, ob es überhaupt welche geben würde und AIDA hätte bestimmt gemeint, ich bekäme nur dann eine, wenn sie auch welche anbieten und es hinge von den Behörden in La Romana ab (?) und ich solle frühestens beim zweiten Reiseabschnitt, also nach New York fragen. Man habe unsere Daten jetzt noch gar nicht im System … Ich schlug also von Zeit zu Zeit bei der Rezeption auf und fragte wieder nach. Jeder erzählte was anderes. Bestimmt waren die schon genervt, ….die schon wieder mit ihrer Tageskabine…. Ich wurde immer hingehalten, je weiter die Reise fortschritt darauf verwiesen, es stünde im AIDA Heute, wenn welche angeboten werden würden. Mein Argument, ich habe eine Bestätigung von AIDA, zog nicht.
Nun gut, es kam der Tag, da stand tatsächlich in AIDA Heute man könne Tageskabinen buchen, was ich sofort tat. Einen Tag später erhielten wir eine Kabinennachricht sowie einen Anruf vom Front Office Manager. Sie hätten jetzt!!! von AIDA die Information erhalten, dass man uns eine Tageskabine bestätigt hat. Im System würden sie aber sehen, dass wir hier schon eine Buchung vorgenommen hätten – wir würden doch keine zwei Kabinen benötigen, oder? Oh Mann, kann ich da nur sagen.
Wir bekommen rechtzeitig vor dem Ausflug die Karte für die Tageskabine, parken schnell unser Handgepäck und gehen dann zum Ausflugstreff. Dort herrscht ein wenig Chaos, die Gäste für drei Ausflüge warten in der AIDA Bar. Alles ist ein wenig in Verzug geraten und es geht mit einer halben Stunde Verspätung los. Die 30-minütige Fahrt zur Isla Catalina bekommt einigen (wenigen) Mitfahrern nicht so gut, denn der Seegang ist nicht ohne. Drei Stunden haben wir an diesem wunderbaren Strand Zeit. Es ist zwar ziemlich wolkig, aber das tut der Temperatur keinen Abbruch und wir müssen uns so nicht gleich in den Schatten flüchten. Dafür, dass die Isla Catalina eine unbewohnte Insel ist, haben die ganz schön viel Equipment angekarrt. Es fehlt an nichts und alles ist super-sauber! Den Abreisetag so zu verbringen ist richtig toll.
Kurz bevor wir bei der Rückfahrt wieder an der Anlegestelle sind, erwischt uns ein tropischer Regenschauer. Es duscht was das Zeug hält. Der Handkoffer ist jetzt voller nasser Sachen, na prima.
Nun dürften wir bald zum Transfer aufgerufen werden. Also bis Deutschland!
Reisebericht, Teil 29: Ende und aus
oder nach der Kreuzfahrt ist vor der Kreuzfahrt
(19.11., Deutschland) Das war sie nun, die längste Reise unseres Lebens. 1 ½ Jahre haben wir auf sie gewartet und nun ist sie schon wieder vorbei. Ich weiß gar nicht, wieso ich schon wieder zuhause bin …, habe ich doch das Gefühl, ich wäre gestern erst losgefahren.
Wir haben uns im Vorfeld immer wieder gefragt, ob uns das nicht zu lang werden wird, 31 Tage auf dem Schiff. Nun kann ich das beantworten: es war unglaublich kurzweilig, überaus abwechslungsreich und die Zeit verflog wie nichts

… und hier der Teil 2
Highlights ohne Ende
Die Reise war ein absolutes Kontrastprogramm durch sämtliche Klimazonen und bot Highlights ohne Ende. An den entscheidenden Stellen hatten wir ein Wetter zum Niederknien. Oslo, der Prins Christian Sund, Qaqortoq, New York waren einfach ein Traum. Die Karibik natürlich auch. Auch das Wetter hatte seine Highlights, hatten wir doch mehrere Tage lang einen Seegang vom Feinsten, bei dem Gäste samt Stuhl umkippten (u.a. ich), massenweise Geschirr zu Bruch ging und das East Restaurant vorübergehend gesperrt werden musste.
Heribert vom AIDA-Fantreff fragte mich bei meinem ersten Reisebericht, ob er ihn teilen dürfe. Er sei so nett geschrieben. Klar, sagte ich, mach nur. Das hatte mein ganz persönliches Highlight zur Folge, denn mehr und mehr AIDA-Fans fanden Gefallen an meinen Berichten und freuten sich über die Beschreibungen und Fotos. Ich bekam zahlreiche begeisterte Nachrichten, jede Menge Kommentare, Freundschaftsanfragen und die Berichte wurden geteilt. Ich freue wahnsinnig darüber, denn damit habe ich nie gerechnet. Ursprünglich war mein Bestreben nur, die 31 Tage für mich zu dokumentieren, damit ich am Ende weiß, was ich am Anfang gesehen habe. Eure Begeisterung für meine Berichte hat mich überwältigt und zunehmend schrieb ich in der Folge auch für Euch, um Euch mitzunehmen und mit Worten und Bildern ein wenig an dieser wunderbaren Reise teilhaben zu lassen.

Oslo, im Norsk Folkemuseum

Island, auf dem Gletscher

Im Prins Christian Sund

Einfahrt in NY

Grand Turk, südöstlich der Bahamas
Ich wurde verschiedentlich auch gefragt, ob ich die Berichte nicht zusammenfassen könne. Das habe ich vor, ich plane, ein gesamtes PDF daraus zu machen und das auf meine Webseite zu stellen. Da ich aber erst die ca. 3.000 Bilder sichten und bearbeiten will, wird es noch eine Zeit lang dauern. Falls jemand etwas nachlesen möchte, so müssten die Berichte auf meiner FB-Seite ja einsehbar sein, ich habe sie alle öffentlich gemacht.
Internet-Paket und Social Media Flat an Bord
Im Vorfeld der Reise hatte ich lange überlegt, ob ich ein Internet-Paket oder die Social Media-Flat buchen soll. Letztlich habe ich mich für die Social Media-Flat entschieden, da bei dieser das Up- und Download-Volumen keine Rolle spielt – was für die vielen Bilder in meinen Berichten wichtig war. Damit war ich allerdings auch an die Social Media Plattformen gebunden, die in der SM-Flat enthalten sind. Daher die Entscheidung für Facebook in Form der Notizen.
Bei der SM-Flat hat man keinen Zugriff auf das Internet sowie Mails. Für den Austausch von Nachrichten kein Problem, denn What’s App funktioniert, der Messenger von FB auch, so kann man auf reguläre Mails eine Zeit lang verzichten. Die SM-Flat hat sich daher als die richtige Entscheidung für mich erwiesen. Man kann übrigens mit seiner PIN nur EIN Paket aktivieren. Es ist nicht möglich, mit der gleichen PIN zwischen einer SM-Flat und einem Internet-Paket hin und her zu wechseln. Das geht nur, wenn der Partner z.B. das Internet-Paket nimmt und man selbst die SM-Flat. Vielleicht ist es möglich, an der Rezeption eine zweite PIN auf den eigenen Namen zu bekommen, das habe ich nicht erfragt. Beim Upload von vielen Bildern braucht man Geduld (die ich eigentlich nicht habe), ansonsten war die Geschwindigkeit meist erträglich, allerdings gibt es Gegenden – wie z.B. in Grönland – wo gar nichts geht.
Prima, Prima, nach der Reise ist vor der Reise
Mich ruft nun der Alltag wieder. Diese Woche habe ich noch frei, so kann ich den Jetlag besser verarbeiten. Wobei der Flug dieses Mal sehr entspannt war, ich kann nur jedem – vor allem bei einer so langen Reise und einem so langen Flug und wenn er so groß ist wie wir – empfehlen, Business über AIDA zu buchen. Klar, das kostet, aber uns war es den Aufpreis wert. In der Condor Business lassen sich die Sitze zum Schlafen flach legen, man kann also richtig liegen. Und schlafen. Was mir sonst im Flugzeug nie gelingt. Gerne hätte ich noch länger geschlafen, aber die kommen andauernd mit Essen. 😉 😉 Ein Wahnsinn.
Bei der nächsten Reise geht der Flug jedoch nur bis Hamburg. Der Termin steht schon fest, so denn AIDA will (kann). 😉 Wir starten am 7. Mai 2016 mit der neuen AIDAprima von Hamburg aus zur einwöchigen Metropolentour. An dem Termin ist Hafengeburtstag in Hamburg und die Prima wird Teil der Auslaufparade sein. So denn jetzt alles planmäßig von statten geht.
Auf unserer Reise hatten wir „Prima-Storno-Geschädigte“ ohne Ende. Auch wir waren ja vom Storno betroffen, allerdings vom ersten vor eineinhalb Jahren. Nochmal brauchen wir das nicht, auch wenn uns dann wieder ein Umbuchungs-Rabatt von AIDA gewährt werden würde. Außerdem fahren im Mai Freunde mit uns mit und es ist deren erste Kreuzfahrt. Da möchte man ja schon, dass es nicht gleich beim ersten Mal ins Wasser fällt. 😉
Mein nächster Reisebericht dürfte dann also von dieser Prima-Reise sein. Da das aber nur eine einwöchige Tour ist, wird es einen gesamten Bericht nach der Reise geben. Wir sind mal gespannt, was uns auf dem neuen Schiff alles erwarten wird.
Bis dahin! Allen eine gute Zeit mit schönen Erinnerungen und neuen Kreuzfahrten, Urlauben und was auch immer.
AHOI ! LG, Conny

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